DiagnostikApps/AMDP/erlaeuterungen.json
2026-09-22 18:35:43 +02:00

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[
{
"item_id": "1",
"definition": "Störung der Wachheit.",
"erlaeuterung": "Es handelt sich um ein quantitatives Merkmal. Der aus der Neurophysiologie stammende Begriff Vigilanz wird ähnlich wie Wachheit gebraucht. Die Störungen der Wachheit reichen von Benommenheit über Somnolenz und Sopor bis zum Koma. Die Patienten sind in unterschiedlichem Maße schläfrig und insgesamt verlangsamt.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "10",
"definition": "Verminderte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit einer Tätigkeit oder einem Thema ausdauernd zuzuwenden.",
"erlaeuterung": "Zur Prüfung können Aufgaben wie „von 81 immer 4 abziehen“ oder „die Monatsnamen rückwärts aufsagen“ verwendet werden. Dabei muss sichergestellt sein, dass der Patient zur Lösung einfacher Subtraktionsaufgaben oder zum Nennen der Monatsnamen in der richtigen Reihenfolge prinzipiell in der Lage ist. Konzentrationsstörungen zeigen sich bei klinischen Prüfungen weniger durch die absolute Anzahl, sondern eher durch die Zunahme von Fehlern im Verlauf oder durch Verlangsamung und schließlich Abbruch einer begonnenen Aufgabe.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "100",
"definition": "Der Patient ist bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen.",
"erlaeuterung": "Der Patient ist nicht in der Lage, den basalen Anforderungen des täglichen Lebens gerecht zu werden: Er ist bettlägerig, kann nicht selbstständig essen und trinken oder benötigt Hilfe bei der Körperpflege.\nPflegebedürftigkeit kann als Folge einer körperlichen oder psychischen Krankheit, Behinderung oder Entwicklungsstörung auftreten.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "101",
"definition": "Verlängerung der Zeit bis zum Einschlafen.",
"erlaeuterung": "Im Vordergrund stehen die Berichte des Patienten über eine Verzögerung oder Erschwernis, Schlaf zu finden. Üblicherweise dauert der Vorgang des Einschlafens (Einschlaflatenz) beim Gesunden nicht länger als 30 Minuten, auch wenn intraindividuelle Differenzen vorkommen. Die „passive Hingabe“ an den Schlaf ist erschwert, der Patient wendet dem Einschlafvorgang besondere Aufmerksamkeit zu (z. B. registriert er die verlängerte Zeit usw.).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "102",
"definition": "Nach dem Einschlafen ist der Schlaf nicht kontinuierlich. Der Patient wacht eventuell mehrmals wieder auf und registriert diese Störung, kann jedoch wieder einschlafen.",
"erlaeuterung": "Da mehrmalige kurze Unterbrechungen des Schlafes häufig physiologisch vorkommen, gehört zum klinischen Begriff der „Durchschlafstörung“, dass der Patient am darauffolgenden Tag die Unterbrechung seines Schlafes erinnert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "103",
"definition": "Verkürzung der Gesamtschlafdauer in der Nacht.",
"erlaeuterung": "Die „normale“ Gesamtschlafdauer bei Gesunden ist interindividuell sehr variabel, intraindividuell aber ziemlich konstant. Meistens empfindet ein Patient die Verkürzung seiner Schlafdauer als Beeinträchtigung (Qualitätsminderung) seines Schlafes, allerdings gibt es auch eine Verkürzung der Schlafdauer ohne das Gefühl der Beeinträchtigung (z. B. bei manischen Syndromen). Auch diese soll hier markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "104",
"definition": "Deutliche Vorverlegung des Aufwachzeitpunktes verbunden mit der Unmöglichkeit, wieder einschlafen zu können.",
"erlaeuterung": "Der Patient wacht früher als üblich auf und kann nicht wieder einschlafen. Er fühlt sich meist vom Abbruch seines Schlafes beeinträchtigt und empfindet dadurch eine Qualitätsminderung des gesamten Schlafes.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "105",
"definition": "Gefühl verminderter Wachheit und damit verbundener Abnahme der Frische bis hin zur Neigung einzuschlafen.",
"erlaeuterung": "Die „Hypersomnie“ (deutlich vermehrtes Schlafen) soll ebenfalls hier abgebildet werden. Der Grund für die Müdigkeit spielt keine Rolle; auch die Müdigkeit, die als Nebenwirkung von Psychopharmaka auftreten kann, wird hier markiert. Wenn bei Müdigkeit auch das Gefühl der verminderten körperlichen Frische und Kraft auftritt, muss zusätzlich „Störung der Vitalgefühle“ (Merkmal 62) markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "106",
"definition": "Vermindertes Verlangen nach Nahrung, verminderter Genuss am Essen und/oder Trinken.",
"erlaeuterung": "Der Patient kann im Gegensatz zu früher keine „Lieblingsspeisen“ mehr nennen. Die Freude am Essen ist vermindert oder verloren gegangen. Der Patient muss sich zum Essen zwingen oder zum Essen und/oder Trinken angehalten werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "107",
"definition": "Verstärktes Verlangen nach Nahrung.",
"erlaeuterung": "Die Appetitvermehrung kann sich in einem ständigen Hungergefühl äußern, aber auch in einer Steigerung der „Esslust“ zwischen den üblichen Mahlzeiten bis hin zu sogenannten „Fressattacken“. Die Patienten essen mehrfach am Tag, sie „naschen“ zwischendurch, stehen gelegentlich nachts auf, um noch eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Auch der verstärkte Appetit nach speziellen Nahrungsmitteln (z. B. Süßigkeiten) ist hier abzubilden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "108",
"definition": "Der Patient hat das vermehrte Bedürfnis zu trinken.",
"erlaeuterung": "Ein vermehrtes Durstgefühl kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Im Regelfall wird das verstärkte Durstgefühl auch zu einer Erhöhung der Trinkmenge führen. Eine extrem vermehrte Trinkmenge, die nicht mit einem vermehrten Durstgefühl einhergeht, ist hier nicht abzubilden (z. B. wenn ein psychotischer Patient unter dem Einfluss imperativer Stimmen große Mengen Wasser trinkt).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "109",
"definition": "Herabsetzung des sexuellen Verlangens.",
"erlaeuterung": "Da die sexuelle Appetenz erheblichen interindividuellen Differenzen unterliegt und ein allgemein gültiger Normwert nicht gegeben werden kann, ist hier in der Regel der intraindividuelle Vergleich heranzuziehen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "11",
"definition": "Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, sich neue Informationen über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten zu merken.",
"erlaeuterung": "Bei Prüfungen sind die Wiedererkennungs- und (schwierigeren) Erinnerungsleistungen zu unterscheiden. Merkfähigkeit differiert darüber hinaus nach Sinnesgebiet und Material und ist auch von der affektiven Bedeutung der Merkinhalte abhängig, weshalb möglichst neutrales Material verwendet werden sollte. Es empfiehlt sich aus Gründen der Vergleichbarkeit, jeweils gleiches Material (z. B. die Begriffe „34, Oslo, Aschenbecher“) zu verwenden. Der Patient soll die Begriffe unmittelbar nach der Darbietung nachsprechen, damit eine gestörte Auffassung ausgeschlossen werden kann. Erinnert der Patient die Begriffe nicht spontan, soll Hilfestellung gegeben werden (z. B. „einer der Begriffe war eine Zahl“).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "110",
"definition": "Vermehrter Speichelfluss.",
"erlaeuterung": "Bei plausibel berichtetem verstärktem Speichelfluss, der von außen nicht sichtbar ist, soll mindestens leicht markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "111",
"definition": "Gefühl der Mundtrockenheit, verminderter Speichelfluss.",
"erlaeuterung": "Mundtrockenheit soll unabhängig von der Ursache, also auch bei vermuteter Medikamentennebenwirkung, markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "112",
"definition": "Empfinden von Übelkeit oder Brechreiz.",
"erlaeuterung": "Der Patient äußert z. B.: „Mir ist schlecht.“ Wenn es auch zum Erbrechen kommt, soll Merkmal 113 „Erbrechen“ zusätzlich markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "113",
"definition": "Spontanes und/oder provoziertes Erbrechen.",
"erlaeuterung": "Meist, aber nicht notwendig, geht dem Erbrechen auch ein Übelkeitsgefühl oder Brechreiz voraus. Merkmal 112 „Übelkeit“ soll dann zusätzlich markiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "114",
"definition": "In die Magenregion lokalisierte Beschwerden.",
"erlaeuterung": "Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen, Luftschlucken oder Magenschmerzen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "115",
"definition": "Erschwerter Stuhlgang oder Verstopfung.",
"erlaeuterung": "Da die Informationen zum somatischen Befund des AMDP in der Regel aus einem Gespräch mit den Patienten resultieren, sollen hier nur die subjektiven Angaben des Patienten abgebildet werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "116",
"definition": "Häufigere und weichere Stühle (Durchfall).",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "117",
"definition": "Erschwerung der Atmung.",
"erlaeuterung": "Die Patienten klagen über ein Engegefühl in der Brust oder darüber, dass sie nicht richtig durchatmen können bzw. Erstickungsgefühle haben. Die Erschwerung der Atmung wird subjektiv erlebt und plausibel berichtet oder ist eventuell auch für den Beobachter sichtbar.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "118",
"definition": "Hier ist jede Form von Schwindelgefühl einschließlich orthostatischer Beschwerden gemeint.",
"erlaeuterung": "„Mir ist schwindlig.“ „Alles dreht sich.“ „Mir wird schwarz vor Augen.“ Auch das Gefühl umzufallen kann Ausdruck von Schwindel sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "119",
"definition": "Der Patient klagt über verstärkt gespürten, beschleunigten oder unregelmäßigen Herzschlag.",
"erlaeuterung": "Der Patient berichtet über „Herzjagen“ oder „-rasen“; manche fühlen „das Herz im Hals schlagen“ oder ein „Herzstolpern“.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "12",
"definition": "Herabsetzung oder Aufhebung der Fähigkeit, Informationen länger als ca. 10 Minuten zu speichern bzw. Erlerntes aus dem Gedächtnis abzurufen.",
"erlaeuterung": "Die Gedächtnisstörungen können sich auf jüngere oder weiter zurückliegende Ereignisse beziehen.\n\nZu den Gedächtnisstörungen zählen auch Amnesien (inhaltlich oder zeitlich begrenzte Gedächtnislücken) und Zeitgitterstörungen (Unfähigkeit, Gedächtnisinhalte zeitlich richtig einzuordnen).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "120",
"definition": "„Beklemmende“, eventuell als stechend oder drückend empfundene Herzbeschwerden, die entweder als äußerer oder innerer Druck auf das Herz erlebt werden.",
"erlaeuterung": "Der Patient „spürt“ sein Herz auf unangenehme Weise.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "121",
"definition": "Beeinträchtigung der Fähigkeit des Auges zur Scharfeinstellung fixierter Gegenstände, Verschwommensehen.",
"erlaeuterung": "Diese Störungen reichen von im Subjektiven bleibenden Behinderungen (bei der Naheinstellung werden beispielsweise einzelne Buchstaben undeutlich) bis hin zur Unfähigkeit zu lesen, zu stricken oder andere handwerkliche Tätigkeiten auszuführen. Häufig sind Akkommodationsstörungen als unerwünschte Begleitwirkungen bei Psychopharmakatherapien zu beobachten und sollen dann auch hier abgebildet werden.\n\nAndere Visusstörungen (z. B. „Schleiersehen“) werden hier nicht erfasst.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "122",
"definition": "Verstärkte Schweißneigung oder Schweißausbrüche.",
"erlaeuterung": "Es kommt zu vermehrtem Schweiß auf der Stirn, feuchten Händen, vermehrtem Achselschweiß bis hin zu profusem Schwitzen am ganzen Körper. Nur subjektiv empfundenes verstärktes Schwitzen soll allenfalls mit „leicht“ graduiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "123",
"definition": "Vermehrte Talgdrüsenproduktion.",
"erlaeuterung": "Patient wirkt „wie eingefettet“. Dies zeigt sich häufig und bevorzugt an behaarten Körperteilen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "124",
"definition": "Unterschiedliche Störungen der Blasenentleerung (z. B. erschwerte Miktion, Pollakisurie, Enuresis).",
"erlaeuterung": "Unter Psychopharmakatherapie tritt nicht selten eine Verzögerung der Blasenentleerung auf, die dann auch hier abgebildet werden soll. Bei Patienten mit Angstsymptomatik findet man manchmal eine Pollakisurie. Sedierte Patienten berichten gelegentlich über unwillkürlichen Urinabgang, z. B. in der Nacht.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "125",
"definition": "Abweichungen vom normalen Menstruationszyklus oder außergewöhnliche Beschwerden im Zusammenhang mit der Menstruation.",
"erlaeuterung": "Gemeint sind sowohl zeitliche Abweichungen von der Menstruation als auch andere körperliche Beschwerden in Zusammenhang mit der Menstruation z. B. Bauchschmerzen (Dysmenorrhoe).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "126",
"definition": "Hier werden eine Reihe von unterschiedlichen Beschwerden erfasst: Kopfdruck, „dumpfes Gefühl im Kopf“, Kopfschmerz etc.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Ich habe so ein Ziehen im Kopf.“",
"„Über der Stirn ist ein unangenehmes Druckgefühl.“",
"„In meinem Kopf habe ich so ein dumpfes Gefühl.“",
"„Auf der rechten Seite ist ein wahnsinnig starker Kopfschmerz.“"
]
},
{
"item_id": "127",
"definition": "Hier werden unterschiedliche Formen von Rückenbeschwerden erfasst: Schmerzen, Spannungsgefühle und Druckbeschwerden, die entweder umschrieben oder diffus, konstant oder wechselnd vorhanden sind.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Mein Rücken ist ganz verkrampft.“",
"„Um die Schultern herum sind vor allem wenn ich länger sitze ziemlich starke Schmerzen.“",
"„Am Kreuz ist ein dauernder Druck.“"
]
},
{
"item_id": "128",
"definition": "Die Beine werden als schwerer gegenüber sonst empfunden.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Meine Beine sind schwer und schlapp.“",
"„Das Gehen fällt mir schwer, die Beine sind wie aus Blei.“",
"„Meine Knie sind ganz weich, ich kann gar nicht mehr richtig fest stehen.“"
]
},
{
"item_id": "129",
"definition": "Hier werden unterschiedliche Formen von Hitzegefühl erfasst: Hitzewallungen, Flush-Phänomene, aufsteigende Hitze etc. Der Patient fühlt sich subjektiv wärmer oder heißer als sonst, obwohl weder eine entsprechende Außentemperatur noch Fieber vorliegt.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Manchmal habe ich so richtige Hitzewallungen.“",
"„Wenn ich unter Menschen bin, wird mir oft ganz heiß.“",
"„In letzter Zeit ist mir innerlich ganz warm, als ob ich Fieber hätte.“"
]
},
{
"item_id": "13",
"definition": "Erinnerungslücken werden mit wechselnden Einfällen ausgefüllt.",
"erlaeuterung": "Beim Konfabulieren werden wechselnde Antworten auf die gleiche Frage gegeben. Zur Beurteilung muss daher derselbe Sachverhalt mehrfach erfragt werden. Der Patient bemerkt die Unterschiedlichkeit seiner Angaben nicht, da er den tatsächlichen Sachverhalt und seine vorherigen Antworten vergessen hat.\n\nEiner Konfabulation liegen immer Gedächtnisstörungen zugrunde, die dann zusätzlich markiert werden müssen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "130",
"definition": "Dem Patienten ist kalt und er friert, obwohl kein Fieber besteht.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Obwohl die Heizung ganz hochgestellt ist, ist mir dauernd kalt.“",
"„Hin und wieder friert es mich, so dass ich denke, ich hätte vielleicht Fieber.“"
]
},
{
"item_id": "131",
"definition": "Auf keiner körperlichen Erkrankung beruhende neurologische Störungen, die unmittelbar in der Untersuchung zu beobachten sind oder aber unzweifelhaft für den Dokumentationszeitraum angegeben werden. Es besteht meist eine nahe zeitliche Verbindung zu traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Diese Störungen werden auch dissoziative Störungen genannt.",
"erlaeuterung": "Psychogene Aphonie, psychogene Blindheit oder Taubheit, psychogene Amnesie, psychogene Lähmungen, psychogene Gang- oder Standataxie (Abasie/Astasie). Psychogene „epileptische“ Anfälle und Bewusstseinsstörungen. Psychogene Sensibilitätsstörungen.\nPsychogene vegetative Störungen werden hier nicht erfasst. Rein subjektive Beschwerden (z. B. Schwindel) werden hier auch nicht abgebildet, sofern sie nicht gleichzeitig zu einer fassbaren „neurologischen“ Symptomatik führen (z. B. Standataxie infolge psychogenen Schwindels).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "132",
"definition": "Rigor ist eine bei Erkrankungen des extrapyramidal-motorischen Systems auftretende Muskeltonuserhöhung, die von Anfang bis Ende einer passiven Bewegung spürbar ist.",
"erlaeuterung": "Die Prüfung des Rigors erfolgt durch passive Bewegung der willkürlich entspannten Muskulatur, beispielsweise am Nacken (Ante- und Retroflexion sowie Drehbewegungen der HWS) oder an den Handgelenken (Beugung und Streckung, Pronation und Supination). Die Muskeltonuserhöhung erinnert an den Widerstand einer Wachskerze beim Abbiegen. Von einem Zahnradphänomen spricht man, wenn rhythmische Sperrungen des Bewegungsablaufes auftreten.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "133",
"definition": "Ein erniedrigter Muskeltonus ist gekennzeichnet durch einen verringerten Dehnungswiderstand der willkürlich entspannten Muskulatur.",
"erlaeuterung": "Typisch ist eine Überdehnbarkeit der Gelenke.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "134",
"definition": "Zittern. Rhythmisch aufeinanderfolgende Kontraktionen antagonistisch wirkender Muskeln.",
"erlaeuterung": "An hier abzubildenden Tremorformen werden der Ruhetremor (v. a. beim Parkinson-Syndrom) und der Haltetremor (z. B. essenzieller Tremor) unterschieden. Die Prüfung erfolgt durch Beobachtung des entspannten Patienten (v. a. Kopf und Extremitäten) und Halteversuche (z. B. Armvorhalteversuch). Die Graduierung erfolgt nach dem Ausmaß der maximalen Tremoramplitude bzw. nach der Beeinträchtigung im Alltag. Intentionstremor ist unter „138 Ataxie“ abzubilden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "135",
"definition": "Motorische Fehlfunktionen bei Störungen des extrapyramidal-motorischen Systems.",
"erlaeuterung": "Dyskinesien können als Nebenwirkung von Neuroleptika auftreten, entweder als akutes dystones Syndrom („Frühdyskinesien“, z. B. Zungen-/Schlundkrampf) oder nach längerfristiger Einnahme („Spätdyskinesien“, häufig als Hyperkinesien der Zunge und Gesichtsmuskulatur). Auch Dyskinesien anderer Genese (z. B. bei Chorea Huntington) sind hier abzubilden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "136",
"definition": "Verarmte und verlangsamte physiologische Mitbewegungen, Willkür- und Reaktivbewegungen, zumeist als Ausdruck einer Störung des extrapyramidal-motorischen Systems.",
"erlaeuterung": "Der Start und die Durchführung von Bewegungen können zögernd sein, Bewegungen können steckenbleiben. Der Gang kann kurzschrittig sein, die Schrift kleiner werden. Mimik und Gestik können verarmen. Die Mitbewegung der Arme kann ein- oder beidseitig herabgesetzt oder aufgehoben sein. Die Sprache kann rauher und leiser werden. Manche Patienten berichten darüber, dass es ihnen schwerer fällt oder unmöglich ist, sich im Bett herumzudrehen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "137",
"definition": "Unfähigkeit, ruhig zu sitzen oder zu stehen.",
"erlaeuterung": "Die Akathisie äußert sich als unangenehm erlebter Bewegungsdrang zumeist in den Armen und/oder Beinen, wobei eine tatsächliche Bewegung dem Patienten allenfalls für kurze Zeit Erleichterung verschafft. Im Stehen kann eine charakteristische Trippelmotorik auftreten.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "138",
"definition": "Störung des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen bei zielgerichteten Bewegungen oder beim Einnehmen von Haltungen.",
"erlaeuterung": "Man unterscheidet eine Rumpfataxie (Schwanken des Rumpfes im Sitzen) und eine Standataxie (Fallneigung im Stehen) von gliedataktischen Störungen, die sich als Unsicherheit im Arm- oder Beinhalteversuch oder als „Zickzack“ bei Zielbewegungen (Finger-Nase-Versuch oder Knie-Hacken-Versuch) zeigen können (bis hin zum Intentionstremor, der daher auch hier markiert wird). Aus einer Rumpfataxie oder einer Gliedataxie der Beine kann eine Gangataxie resultieren.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "139",
"definition": "Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die aus zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Phasen bestehen: Beim Rucknystagmus ist die Bewegung in die eine Richtung schnell, in die Gegenrichtung langsamer, beim Pendelnystagmus sind beide Phasen gleich schnell.",
"erlaeuterung": "Nystagmus kann in Ruhestellung bestehen (Spontannystagmus) oder nur beim Blick in eine bestimmte Richtung (Blickrichtungsnystagmus) und kann durch bestimmte Kopf- bzw. Körperhaltungen (Lagenystagmus) oder Bewegungen (Lagerungsnystagmus) provozierbar sein. Der physiologische Endstellnystagmus und der optokinetische Nystagmus werden hier nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "14",
"definition": "Erinnerungsverfälschungen oder -täuschungen, sich ungewollt aufdrängende Erinnerungen, gesteigerte Erinnerungsfähigkeit.",
"erlaeuterung": "Hier werden unterschiedliche Merkmale abgebildet:\n Falsches Wiedererkennen bzw. vermeintliche Vertrautheit (schon einmal gesehen, gehört, erlebt, „déjà-vu“) und vermeintliche Fremdheit (noch nie gesehen, „jamais-vu“),\n Ekmnesien (Störungen des Zeiterlebens bzw. der zeitlichen Einordnung, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt wird),\n Hypermnesien (Steigerungen der Erinnerungsfähigkeit, z. B. fotografisches Gedächtnis),\n Flashbacks (Nachhallerinnerungen) und Intrusionen (sich aufdrängende Erinnerungen an ein traumatisches Erlebnis),\n falsche Erinnerungen (z. B. im Sinne von false-memory-syndrome).\n\nWahnhafte und wahnhaft umgedeutete Erinnerungen werden hier nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "140",
"definition": "Hier ist jede Form von sensiblen Reizerscheinungen abzubilden, also nicht nur Parästhesien im eigentlichen Sinne (d. h. sensible Reizerscheinungen, die nicht als unangenehm erlebt werden), sondern auch Dysästhesien (als unangenehm empfundene sensible Reizerscheinungen).",
"erlaeuterung": "Sensible Reizerscheinungen werden vom Patienten mit Begriffen wie „Kribbeln“, „Ameisenlaufen“ oder „Elektrisieren“ beschrieben. Nicht abzubilden sind hier Sensibilitätsstörungen (wie Verminderung bzw. Steigerung des Berührungs-, Schmerz- oder Temperaturempfindens), ebenso wenig Schmerzen im üblichen Sinn.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "140_fussnote_1",
"definition": "",
"erlaeuterung": "Seitendifferenzen: „ja“ ist zu markieren, wenn mindestens bei einem der Merkmale 132 bis 140 ein sicherer Unterschied zwischen der linken und rechten Körperhälfte besteht.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "140_fussnote_2",
"definition": "",
"erlaeuterung": "Cerebrale Krampfanfälle: „ja“ ist zu markieren, wenn im Beobachtungszeitraum mindestens ein wahrscheinlicher generalisierter oder fokaler Krampfanfall aufgetreten ist. Psychogene Anfälle werden unter Merkmal 131 (Konversionssymptomatik) markiert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "15",
"definition": "Das Denken wird vom Patienten subjektiv als gebremst oder blockiert (wie gegen einen inneren Widerstand) empfunden.",
"erlaeuterung": "Der Patient kann die Hemmung des Denkablaufes nur mit Mühe und Anstrengung überwinden. Denkhemmung kann sich bis zu dem subjektiven Erleben ausweiten, überhaupt nicht mehr denken zu können.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "16",
"definition": "Das Denken ist verlangsamt und schleppend.",
"erlaeuterung": "Das verlangsamte Denken führt zu einem zähflüssigen Gesprächsablauf. Hier wird auch eine durchgehend verlängerte Antwortlatenz abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "17",
"definition": "Als umständlich bezeichnet man ein Denken, das bezogen auf den Gesprächsinhalt das Nebensächliche nicht vom Wesentlichen trennt. Der inhaltliche Zusammenhang bleibt dabei aber stets gewahrt.",
"erlaeuterung": "Der Patient verliert sich in unwichtigen Einzelheiten und bleibt an ihnen hängen, ohne vom Ziel ganz abzukommen. Durch diese Weitschweifigkeit wird der Gang der Exploration behindert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "18",
"definition": "Einschränkung des inhaltlichen Denkumfanges, Verhaftetsein an ein Thema oder an wenige Themen, Fixierung auf wenige Zielvorstellungen.",
"erlaeuterung": "Im Gespräch hat der Patient Mühe, von einem Thema auf ein anderes überzugehen, oder er kommt immer wieder auf das alte Thema zurück. In der Exploration müssen unterschiedliche Themen angeboten werden. Dies ist wichtig, weil das Thema Krankheit Gegenstand einer Exploration ist, dies aber nicht automatisch einer Denkeinengung entspricht. Innerhalb des Themas Krankheit läge erst dann eine Denkeinengung vor, wenn der Patient auf einzelne Aspekte davon fixiert ist, von denen er sich trotz Angebot nicht oder nur schwer lösen kann (z. B. der depressive Patient, der auf das Thema der gestörten Verdauung eingeengt ist).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "19",
"definition": "Haftenbleiben an zuvor gebrauchten Worten oder Angaben, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind.",
"erlaeuterung": "Für die Einschätzung dieses Merkmals ist der Gesamteindruck des Untersuchers entscheidend, ob die Wiederholung des Gesagten im Gesprächszusammenhang sinnvoll ist. Ein Patient bezeichnet beispielsweise einen Schlüssel korrekt als „Schlüssel“; danach wiederholt er aber immer wieder das Wort „Schlüssel“, wenn er aufgefordert wird, seinen Namen zu nennen oder andere Gegenstände zu bezeichnen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "2",
"definition": "Qualitative Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit. Die Fähigkeit ist gestört, verschiedene Aspekte der eigenen Person und der Umwelt zu verstehen, sie sinnvoll miteinander zu verbinden, sich entsprechend mitzuteilen und sinnvoll zu handeln.",
"erlaeuterung": "Eine Bewusstseinstrübung führt zu einer Beeinträchtigung des gesamten Erlebens und Verhaltens und beschränkt sich nicht auf einzelne Bereiche. Teilsymptome der Bewusstseinstrübung sind z. B. Abkehr von der Außenwelt, schlechte Auffassungsgabe, Ablenkbarkeit oder Schwerbesinnlichkeit. Eine Bewusstseinstrübung kann beispielsweise im Rahmen eines Delirs, einer akuten psychotischen Symptomatik oder einer Intoxikation auftreten.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "20",
"definition": "Unablässiges gedankliches Beschäftigtsein mit meist unangenehmen Themen.",
"erlaeuterung": "Der Patient berichtet, dass seine Gedanken immer wieder ergebnislos um die gleichen Inhalte kreisen und nur mit Mühe unterbrochen werden können. Das Grübeln wird von den Patienten als unangenehm bis quälend erlebt.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "21",
"definition": "Der Patient fühlt sich dem Druck vieler verschiedener Einfälle oder Gedanken ausgeliefert.",
"erlaeuterung": "Der Patient kann die Fülle der andrängenden, immer wieder neuen Einfälle oder Gedanken nicht ordnen oder beherrschen. Diese Gedanken können sinnvoll oder sinnlos sein, sich überstürzen oder wie automatisch ablaufen. Das Denken muss dabei dem Beobachter nicht beschleunigt erscheinen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "22",
"definition": "Vermehrung von Einfällen, die aber nicht mehr von einer Zielvorstellung straff geführt werden. Das Ziel des Denkens kann auf Grund von Assoziationen häufig wechseln oder verloren gehen.",
"erlaeuterung": "Der Ideenflüchtige gerät vom Hundertsten ins Tausendste und führt einen Gedanken oft nicht zu Ende, weil sein Denken ständig von dazwischenkommenden Einfällen abgelenkt wird. Die Ablenkung vom stringenten Gedankengang kann auf äußeren Einflüssen (z. B. Geräusche) oder auf gedanklichen Assoziationen beruhen. Das Denken des Ideenflüchtigen muss nicht beschleunigt sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "23",
"definition": "Der Patient verfehlt mit seiner Antwort das Thema der Frage, obwohl er die Frage verstanden hat.",
"erlaeuterung": "Entscheidend für die Beurteilung ist nicht, dass die Antwort falsch ist (wie z. B. bei einer falschen Prüfungsantwort), sondern dass der Patient am Thema der Frage vorbei redet. Ein Beispiel für das Vorbeireden eines Patienten ist: „Warum sind Sie gestern in die Klinik gekommen?“ „Die chinesische Mauer ist über 5 000 km lang.“ „Erinnern Sie sich noch an meine Frage?“ „Ja, Sie wollten wissen, warum ich gestern in die Klinik gekommen bin.“ Bei Verdacht auf Vorbeireden muss sich der Untersucher vergewissern, ob der Patient die Frage richtig verstanden hat. Deshalb sollte der Patient sie noch einmal wiederholen. Absichtliches Nichteingehen auf eine Frage („Um-den-heißen-Brei-Reden“) oder das umgangssprachliche „Aneinander-Vorbeireden“ werden hier nicht markiert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "24",
"definition": "Plötzlicher Abbruch eines sonst flüssigen Gedankenganges oder des Sprechens ohne erkennbaren Grund.",
"erlaeuterung": "Der Patient stockt mitten im Satz, schweigt, greift dann das Gespräch unter Umständen mit einem ganz anderen Thema wieder auf. Das Phänomen wird entweder vom Untersucher als „gesperrt“ (F) beobachtet, oder der Patient berichtet „Gedankenabreißen“ (S), d. h. eine plötzlich und grundlos eintretende Unterbrechung seines Gedankenganges.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "25",
"definition": "Denken und Sprechen des Patienten verlieren für den Untersucher ihren verständlichen Zusammenhang. Im Extremfall sind sie bis in einzelne, scheinbar zufällig durcheinander gewürfelte Sätze, Satzgruppen oder Gedankenbruchstücke zerrissen.",
"erlaeuterung": "Bei leichten Formen mit unlogischem Denken (Paralogik) kann der Satzbau noch intakt sein. Bei schwereren Formen ist er zerstört (Paragrammatismus) bis zu unverständlichem, sinnlosem Wort- und Silbengemisch (Sprachzerfall, Schizophasie).",
"beispiele": [
"„Gestern Nachmittag bin ich in die Klinik gekommen, weil in einem Jahr Wahlen sind, und der Bäcker erst um 8.00 Uhr aufmacht.“ (Paralogik)",
"„Früher sind die Leute aus blauäugigen Menschen bestanden und wie die Hirne schaffen.“",
"„Ich habe eine kennengelernt, die sich nicht anders zeigen konnte als sie alles gemeinhin nahmen. Es war gemeint so und es musste heißen: lasset den frohen Baas im Bauch. Frohsein ist ein Mädchen mit Mann verquillt und die beiden suchen Heil im Glück.“ (Schizophasie)"
]
},
{
"item_id": "26",
"definition": "Wortneubildungen oder Wortverwendungen, die der sprachlichen Konvention nicht entsprechen und oft nicht unmittelbar verständlich sind.",
"erlaeuterung": "Eine Patientin berichtet anlässlich eines durchgeführten EEG: „Gestern habe ich ein Diagraf bekommen und da ist mein Kopf demachronisiert worden.“ Hier ist auch der semantisch ungewöhnliche Gebrauch von Worten abzubilden. Im Extremfall kann vom Patienten eine künstliche Sprache gebildet oder gebraucht werden. Begriffe, die in bestimmten Kreisen oder Subkulturen (Jugendszene, Drogenszene) gebräuchlich sind, sollen hier nicht abgebildet werden. Unzureichende Sprachkenntnis wird hier auch nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "27",
"definition": "Das Verhalten anderer Menschen wird ängstlich, unsicher oder feindselig auf die eigene Person bezogen.",
"erlaeuterung": "Ein Patient fragt in der Untersuchungssituation mehrfach, ob das Diktiergerät ausgeschaltet sei. Ein Patient fragt, ob der Untersucher wirklich Arzt sei. Ein anderer Patient erkundigt sich mehrfach, warum bestimmte Fragen gestellt werden. Misstrauen kann auch innerhalb eines Wahns auftreten; dann muss dieser zusätzlich markiert werden. Allerdings ist nicht jeder Wahn mit Misstrauen verbunden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "28",
"definition": "Ängstlich getönte Beziehung zum eigenen Körper, an dem z. B. Missempfindungen wahrgenommen werden, mit offensichtlich unangemessener Befürchtung, körperlich krank bzw. verunstaltet zu sein oder zu werden; normale Körpervorgänge bekommen oft eine übermäßige Bedeutung.",
"erlaeuterung": "Bei der Hypochondrie werden mit gesteigerter Aufmerksamkeit körperliche Phänomene ängstlich-sorgenvoll beobachtet oder überbewertet. Der Gegenstand hypochondrischer Befürchtung kann wechseln. Hier werden auch Ängste vor Krankheiten abgebildet, die umgangssprachlich oft als Phobie bezeichnet werden, wie z. B. Herzphobie, AIDS-Phobie oder Karzinophobie, auch die unangemessene Angst, an einer Demenz zu leiden. Dieses Merkmal kann gleichzeitig mit einem hypochondrischen Wahn auftreten; dann muss das ängstliche Erleben deutlich sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "29",
"definition": "Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten, die meist Vermeidungsreaktionen zur Folge haben.",
"erlaeuterung": "Die Phobie ist eine Form der Angst, die sich auf bestimmte Situationen oder Objekte bezieht und vom Patienten als unbegründet oder unangemessen erkannt wird. Der Patient versucht, die Konfrontation mit den Angst auslösenden Situationen oder Objekten zu vermeiden. Hierzu zählen Agoraphobie, spezifische Phobien (z. B. Spinnenphobie) und soziale Phobie. Körperbezogene Ängste, die umgangssprachlich auch als Phobie bezeichnet werden, wie z. B. Herzphobie, AIDS-Phobie oder Karzinophobie, werden nicht hier, sondern unter Hypochondrie abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "3",
"definition": "Einengung des gesamten Erlebens und Verhaltens mit verminderter Ansprechbarkeit auf Außenreize.",
"erlaeuterung": "Für das Verständnis dieses qualitativen Merkmals bietet sich die Metapher vom „Lichtkegel des Bewusstseins“ an. Danach ist von einem engen und zugleich wenig beweglichen Lichtkegel zu sprechen. Der Patient wirkt wie fixiert auf oder fasziniert durch bestimmte innere Erlebnisse oder äußere Gegebenheiten.\n\nDas Merkmal wird nicht nur bei psychischen Störungen wie Dämmerzuständen oder akuten Belastungsreaktionen gefunden, sondern auch bei Hypnose oder äußerster Konzentration auf ein bestimmtes Thema, etwa die Lösung einer schwierigen Problemstellung.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "30",
"definition": "Immer wieder sich aufdrängende Gedanken, die als unsinnig oder übertrieben erlebt werden.",
"erlaeuterung": "Zwangsgedanken werden vom Patienten häufig als quälend erlebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur schwer unterbinden und drängen sich meist auch gegen inneren Widerstand auf. Die Gedanken werden jedoch als eigene, nicht von außen eingegebene erlebt. Suizidgedanken sollen nur dann hier abgebildet werden, wenn sie einen Zwangscharakter aufweisen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "31",
"definition": "Immer wieder sich aufdrängende Impulse, bestimmte Handlungen auszuführen, die als unsinnig oder übertrieben erlebt werden.",
"erlaeuterung": "Zwangsimpulse werden vom Patienten häufig als quälend erlebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur schwer unterbinden und drängen sich meist gegen inneren Widerstand auf. Die Zwangsimpulse werden jedoch als eigene, nicht von außen eingegebene erlebt. Hierzu gehören beispielsweise Impulse, etwas zu kontrollieren, sich oder andere zu schädigen oder obszöne Worte auszustoßen. Suizidimpulse sollen nur dann hier abgebildet werden, wenn sie einen Zwangscharakter aufweisen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "32",
"definition": "Immer wieder ausgeführte Handlungen, die als unsinnig oder übertrieben erlebt werden.",
"erlaeuterung": "Zwangshandlungen und -rituale müssen in vorgeschriebener Form, oft in bestimmter Häufigkeit wiederholt werden (z. B. Wasch- und Kontrollzwänge). Sie werden vom Patienten häufig als quälend erlebt. Sie lassen sich vom Patienten nicht oder nur schwer unterbinden und drängen sich meist gegen inneren Widerstand auf. Die Handlungen werden jedoch als eigene, nicht von außen bestimmte erlebt. Zwangshandlungen sind abzugrenzen von z. B. unter dem Druck von Halluzinationen oder Wahn ausgeführten repetitiven Handlungen, die hier nicht abgebildet werden sollen. Auch Selbstbeschädigungen können zwanghaften Charakter haben und werden dann hier mit abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "33",
"definition": "Wahnstimmung meint eine besondere, häufig diffuse und ahnungsvolle emotionale Gespanntheit im Vorfeld des Wahns (vergleichbar einer Aura). Diese Stimmung besteht in einem Bedeutungszumessen und Inbeziehungsetzen, Meinen, Vermuten und Erwarten, das von anderen so nicht nachvollzogen werden kann.",
"erlaeuterung": "Gemeint ist eine Atmosphäre des Betroffenseins, eine Erwartungsspannung in einer verändert erlebten Welt oder durch ein verändert erlebtes Ich. Dabei gibt es die verschiedensten Grundtönungen der Stimmung; am häufigsten ist die Stimmung der Unheimlichkeit, des Misstrauens, des Verändertseins, der Bedrohung, der Angst, des Argwohns, der Ratlosigkeit, manchmal aber auch der Gehobenheit, Euphorie und Zuversicht.\n\nIn der Wahnstimmung ist der Wahninhalt (z. B. Verfolgungswahn) noch nicht definiert, deshalb kann der Patient meistens keine Gründe für sein Erleben angeben.",
"beispiele": [
"Sagt mir doch, was los ist. Etwas ist los, ich weiß aber nicht was.",
"Es liegt etwas in der Luft, alles um mich herum ist merkwürdig verändert, alles so seltsam; die Leute machen so ein böses Gesicht, da muss doch was passiert sein, oder?",
"Plötzlich machte sich ein unheimliches Glücksgefühl breit; ich spürte, dass etwas Großartiges geschehen müsste, hatte aber noch keine richtige Vorstellung davon. Erst am Abend ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen."
]
},
{
"item_id": "34",
"definition": "Reale Sinneswahrnehmungen erhalten eine abnorme Bedeutung, meist im Sinne der Eigenbeziehung, ohne dass hierfür ein rational oder emotional verständlicher Anlass besteht. Die Wahnwahrnehmung ist eine wahnhafte Fehlinterpretation einer an sich richtigen Wahrnehmung.",
"erlaeuterung": "Bei einem Spaziergang bemerkt ein Patient, wie ein Hund ihn anschaut und seine Pfote hebt. Dies interpretiert er als Zeichen einer göttlichen Offenbarung.\n\nHier werden auch „mnestische Wahnwahrnehmungen“ als besondere Form der Wahnerinnerung eingetragen: „Als Kind hatte ich eine Gabel, auf der eine Krone eingraviert war. Jetzt habe ich die Bedeutung begriffen, dass ich nämlich in Wirklichkeit fürstlicher Abstammung bin!“\nHier werden auch Personenverkennungen markiert, sofern sie den Charakter einer Wahnwahrnehmung besitzen.\nFrüher (vor dem Beobachtungszeitraum) aufgetretene und bis jetzt festgehaltene Wahnwahrnehmungen nennt man Wahngedanken; sie werden bei Merkmal 36 abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "35",
"definition": "Rein gedankliche, neu aufgetretene wahnhafte Vorstellungen und Überzeugungen.",
"erlaeuterung": "Im Gegensatz zur Wahnwahrnehmung geht dem Wahneinfall keine spezielle Wahrnehmung voraus. Früher (vor dem Beobachtungszeitraum) aufgetretene und bis jetzt festgehaltene Wahneinfälle nennt man Wahngedanken; sie werden bei Merkmal 36 abgebildet.\n\nHier auch „mnestischen Wahneinfall“ als besondere Form der Wahnerinnerung markieren: Einem Patienten fällt plötzlich ein, dass er schon als Kind übernatürliche Kräfte gehabt habe.",
"beispiele": [
"Gestern ist mir aufgegangen, dass ich den Friedensnobelpreis erhalte, weil ich die Supermächte telepathisch ausgesöhnt habe.",
"Heute Morgen ist mir sonnenklar geworden, dass mein Sohn gar nicht von mir stammt."
]
},
{
"item_id": "36",
"definition": "Überdauernde wahnhafte Überzeugungen.",
"erlaeuterung": "Wahngedanken gehen aus Wahneinfällen oder Wahnwahrnehmungen hervor.",
"beispiele": [
"Vor mehreren Monaten sind lauter gelbe ausländische Autos in der Stadt herumgefahren, die mich offensichtlich beobachtet haben. Seitdem weiß ich, dass sie mich dauernd im Visier haben.",
"Schon vor drei Jahren ist mir irgendwie klargeworden, und das weiß ich jetzt ganz genau, dass ich einer viel höheren Intelligenz angehöre und wahrscheinlich von dem Planeten Alpha Centauri abstamme."
]
},
{
"item_id": "37",
"definition": "Grad der Verknüpfung (logisch oder auch paralogisch) einzelner Wahnsymptome mit anderen Wahnphänomenen, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen oder auch nicht krankhaft veränderten Beobachtungen und Erlebnissen.",
"erlaeuterung": "Bei diesem Merkmal werden zwischen den oben genannten einzelnen Phänomenen Verbindungen hergestellt, die oft einen kausalen oder finalen Charakter besitzen und vom Patienten als Beweise und Bestätigungen für seine Überzeugung angesehen werden. Bei Systematisierung müssen die Elemente, die verknüpft werden, zusätzlich markiert werden (z. B. Wahngedanken oder Wahnwahrnehmung).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "38",
"definition": "Das Ausmaß der Affekte, die im Zusammenhang mit dem Wahn auftreten.",
"erlaeuterung": "Für den Untersucher ergibt sich das Ausmaß der affektiven Anteilnahme aus dem Verhalten des Patienten im Beurteilungszeitraum und aus der Art, wie er den Wahn berichtet.\nWerden Wahngedanken mit nur geringer affektiver Beteiligung und wenig psychomotorischem Ausdruck vorgebracht, liegt eine geringe Wahndynamik vor. Beispielsweise gibt es bei langandauernden Schizophrenien manchmal ein eingeschliffenes „Herunterleiern“ von Wahngedanken ohne spürbare emotionale Beteiligung.\nEine starke Ausprägung liegt vor, wenn ein Patient mit einem depressiven Schuldwahn verzweifelt weint und händeringend über seine Verfehlungen klagt.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "39",
"definition": "Wahnhaftes Beziehen von Ereignissen auf die eigene Person.",
"erlaeuterung": "Der Patient fühlt sich im Mittelpunkt der gezielten Aufmerksamkeit seiner Umwelt. Selbst aus völlig unbedeutenden Ereignissen entnimmt er mit unerschütterlicher Gewissheit Signale, die ihn in ganz besonderer Weise angehen. Das Gespräch anderer Menschen bezieht er auf sich, das flüchtige Gestreiftwerden vom Blick eines zufällig begegnenden Fremden bedeutet, dass dieser dem Patienten eine wichtige Botschaft übermittelt.\n\nDer Beziehungswahn kann isoliert vorkommen, z. B. als Liebeswahn mit der unkorrigierbaren Überzeugung, von einer bestimmten Person geliebt zu werden. Wenn nicht ein isolierter Beziehungswahn besteht, sondern der Beziehungswahn Element eines anderen Wahns (z. B. eines Verfolgungswahns) ist, soll nur dieser kodiert werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "4",
"definition": "Es handelt sich um eine qualitative Form der Bewusstseinsstörung, bei der die Patienten berichten, ihr gesamtes Erleben sei erweitert.",
"erlaeuterung": "Die Patienten erleben sich als insgesamt wacher, lebendiger und offener. Gefühle oder Sinneswahrnehmungen werden als besonders intensiv erlebt. Bewusstseinsverschiebungen können unter Drogen oder bei psychotischen und manischen Syndromen auftreten. Meditative Zustände können ebenfalls zu einer Bewusstseinsverschiebung führen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "40",
"definition": "Der Patient erlebt sich als Ziel von Feindseligkeiten. Er wähnt sich bedroht, gekränkt, beleidigt, verspottet oder verhöhnt; er weiß, dass man nach seinem Hab und Gut, nach seiner Gesundheit oder gar nach seinem Leben trachtet.",
"erlaeuterung": "Hier wird auch der Querulantenwahn eingetragen als eine besondere Form des Beeinträchtigungswahnes, wobei meistens eine Kränkung und der daran anschließende Kampf ums Recht beherrschend sind.",
"beispiele": [
"Mit einem großen Radioteleskop überwachen die Psychologen mich auf Schritt und Tritt. Mit Videokameras filmen sie alle meine Bewegungen und verwenden es dann gegen mich. Sie wollen mich in den Selbstmord treiben.",
"Mit lauter Tricks mischen sie mir Gift in das Essen, damit ich langsam sterbe. Dahinter steckt mein alter Chef, der hat das alles eingefädelt, weil er schon immer etwas gegen mich hatte."
]
},
{
"item_id": "41",
"definition": "Wahnhafte Überzeugung, vom Lebenspartner betrogen und hintergangen zu werden.",
"erlaeuterung": "Patienten sind unerschütterlich davon überzeugt, dass ihr Partner eine sexuelle Beziehung zu einem anderen aufgenommen hat oder aufnehmen will. An sich unbedeutende Ereignisse oder Beobachtungen werden häufig als Beweise für die Untreue des Partners präsentiert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "42",
"definition": "Wahnhafte Überzeugung, etwas falsch gemacht und Schuld auf sich geladen zu haben.",
"erlaeuterung": "Der Patient ist überzeugt, einen unverzeihlichen und nicht wieder gutzumachenden Fehler begangen zu haben. Diese Fehler können sowohl gegen individuelle als auch gegen gesellschaftliche oder religiöse Normen gerichtet sein. Im Rahmen eines Schuldwahns kommt es häufig auch zu der Überzeugung, für das eigene Verhalten bestraft zu werden. Nicht selten wird tatsächliches geringfügiges Fehlverhalten aus der Vergangenheit in völlig unangemessener Weise überbewertet.",
"beispiele": [
"Ein Patient hat seine Frau vor vielen Jahren einmal betrogen, später aber nicht mehr daran gedacht oder darüber gesprochen. Jetzt im Schuldwahn wirft er sich dieses Verhalten immer wieder vor.",
"Vor 30 Jahren habe ich einmal 10 Briefmarken aus dem Büro mitgenommen, das hätte ich auf keinen Fall machen dürfen. Jetzt ist man dahinter gekommen, und jetzt wird man mich bestimmt zur Rechenschaft und Verantwortung ziehen, die Polizei ist sicher schon an der Sache dran.",
"Ich hätte niemals dem Verkauf zustimmen dürfen, das war auf jeden Fall falsch. Wenn die Kinder das erfahren, werden sie nie wieder etwas mit mir zu tun haben wollen; aber ich habe es ja auch nicht besser verdient, das ist jetzt die Strafe, alles ist aus."
]
},
{
"item_id": "43",
"definition": "Wahnhafte Überzeugung, nicht genug Mittel zum Lebensunterhalt zu haben.",
"erlaeuterung": "Patienten mit einem Verarmungswahn sind davon überzeugt, ihnen stehe der finanzielle Ruin bevor. Häufig äußern sie, eine notwendige Behandlung, Schulden oder laufende Lebenshaltungskosten nicht mehr bezahlen zu können. Nicht selten werden auch Familienangehörige in diese finanzielle Katastrophe miteinbezogen, und der Patient glaubt, auch deren Vermögen gehe verloren.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "44",
"definition": "Wahnhafte Überzeugung, schwer krank zu sein.",
"erlaeuterung": "Inhalt dieses Wahns können konkrete Krankheiten wie beispielsweise Krebs, AIDS oder Demenz sein. Manchmal sind Patienten auch nur überzeugt, bald an einer schweren Krankheit sterben zu müssen, ohne diese genauer beschreiben zu können. Tatsächliche Krankheit schließt einen darüber hinausgehenden hypochondrischen Wahn nicht aus.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "45",
"definition": "Wahnhafte Selbstüberschätzung und Selbstüberhöhung.",
"erlaeuterung": "Der Patient ist der wahnhaften Überzeugung, anderen Menschen eindeutig überlegen zu sein. Dieses kann sich auf Intelligenz, Schönheit, Reichtum, Begabung, Abstammung und vieles andere mehr beziehen.",
"beispiele": [
"Nach einem Atomkrieg werden nur wenige Auserwählte wie ich überleben!",
"Ich verfüge über eine Superintelligenz und habe die Aufgabe, die kriegsführenden Länder zu versöhnen!",
"In zwei Wochen werden sie mir eine eigene Fernsehshow geben, und dann werde ich eine Benefizveranstaltung machen und 40 Millionen Euro für die Hungernden der Welt einnehmen."
]
},
{
"item_id": "46",
"definition": "Wahnthemen, die nicht in die oben genannten Kategorien passen.",
"erlaeuterung": "Wahnhafte Überzeugung, schwanger zu sein.\n\nWahnhafte Überzeugung, dass eine mächtige Organisation die Vereinigung aller Völker und Staaten plane, ohne dass dem Patienten dabei eine besondere Aufgabe oder ein besonderes Wissen zukommt.\n\nEin Patient ist überzeugt davon, letzte Nacht auf einem anderen Planeten und dort auf einer Versammlung extraterrestrischer Wesen gewesen zu sein.\nManche Ich-Störungen (z. B. „Gedankenentzug“) werden in der Terminologie von DSM als „bizarrer Wahn“ bezeichnet. Diese Phänomene werden aber in der AMDP-Systematik nicht im Kapitel „Wahn“, sondern bei den „Ich-Störungen“ abgebildet.\nLiebeswahn wird unter Beziehungswahn abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "47",
"definition": "Verkennung (verfälschte Wahrnehmung) von realen Gegenständen, Geräuschen oder Personen.",
"erlaeuterung": "Bei der Illusion werden Gegenstände, Geräusche oder Personen unmittelbar verkannt (im Gegensatz zur Wahnwahrnehmung, bei der die Wahrnehmung korrekt ist, dieser aber eine wahnhafte Bedeutung beigemessen wird).",
"beispiele": [
"Der ängstliche Mensch verkennt im nächtlichen Wald Büsche als drohende Gestalten. Musterungen in der Tapete verwandeln sich zu fratzenartigen Gesichtern.",
"Das Geräusch von vorbeifahrenden Autos wird als Rollen von Panzerkolonnen wahrgenommen."
]
},
{
"item_id": "48",
"definition": "Hören von Stimmen (Phoneme), ohne dass tatsächlich jemand spricht.",
"erlaeuterung": "Die Stimmen können den Patienten direkt ansprechen, ihm Befehle geben, sein Handeln kommentieren oder in Rede und Gegenrede über ihn sprechen. Die Stimmen müssen nicht immer von außen wahrgenommen werden, sondern können als fremde (!) Stimme auch im eigenen Körper leibhaftig gehört werden. Auch das „laute Hören“ eigener Gedanken wird hier abgebildet.\n\nUnverständliche oder unartikulierte Lautäußerungen (z. B. Stöhnen, Seufzen, unverständliches Murmeln) werden bei „Andere akustische Halluzinationen“ abgebildet.",
"beispiele": [
"„Ich habe die Stimme meiner toten Mutter gehört. Sie hat mich immer gelobt oder getadelt, je nachdem was ich gemacht habe.“",
"„Ich habe die Stimmen mehrerer Männer gehört, die sich über mich unterhalten haben. Eine davon hat mir dann den Befehl gegeben, nach Emden zu fahren.“"
]
},
{
"item_id": "49",
"definition": "Hören von Geräuschen, ohne dass solche Geräusche vorhanden sind (sog. Akoasmen).",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Ich habe dauernd eine Musik gehört, fast wie ein Konzert war es gewesen.“",
"„Ganz deutlich habe ich ein Stöhnen und Seufzen aus der Wand gehört.“",
"„Es macht immer Klick im Kopf, und jedes Mal werde ich intelligenter.“"
]
},
{
"item_id": "5",
"definition": "Datum (Tag, Monat und Jahr), Wochentag oder Jahreszeit werden nicht oder nur teilweise gewusst.",
"erlaeuterung": "Vor einer endgültigen Beurteilung bei einer insbesondere nur „leicht“ falschen Antwort soll dem Patienten die Gelegenheit zur Korrektur gegeben werden, d. h. er soll darauf hingewiesen werden, dass seine Antwort falsch ist. Wenn er dann ohne weitere Hilfe seine Antwort berichtigt, wird die erste (falsche) Antwort nicht gewertet.\n\nEine Zeitgitterstörung, d. h. die Unfähigkeit, Gedächtnisinhalte in das richtige Zeitgitter einzuordnen, ist nicht als zeitliche Orientierungsstörung, sondern als Gedächtnisstörung zu markieren.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "50",
"definition": "Visuelle Wahrnehmung ohne entsprechende Reizquelle.",
"erlaeuterung": "Es werden beispielsweise Lichtblitze, Muster, Gegenstände, Personen oder ganze Szenen gesehen, ohne dass diese vorhanden sind.\n\nHier wird auch das so genannte Doppelgängererlebnis (Heautoskopie, d. h. die eigene Gestalt zu sehen) abgebildet.",
"beispiele": [
"„Und da habe ich plötzlich mitten in Zürich eine Armee von Soldaten mit lauter Goldhelmen auf mich zukommen sehen.“",
"„Der ganze Raum war mit Lichtblitzen und bunten Vierecken angefüllt.“",
"„Auf einmal kam ein Hund in das Krankenzimmer gelaufen und sprang auf das Bett meines Nachbarn.“"
]
},
{
"item_id": "51",
"definition": "Taktiles Wahrnehmen ohne entsprechende Reizquelle oder Störungen des Leibempfindens (Coenästhesien).",
"erlaeuterung": "Unter Körperhalluzinationen werden hier zwei verschiedene Phänomene abgebildet:\n\na) Taktile Halluzinationen:\n\nb) Störungen des Leibempfindens\nQualitativ abnorme, neu- und fremdartige sowie häufig negativ getönte Leibsensationen. Sie sind von den Patienten oft schwer oder manchmal nur mit bizarren Vergleichen beschreibbar. Sie können gleichförmig und streng umschrieben, aber auch häufig wechselnd in Qualität und Ausdehnung sein. Wenn sie als von außen gemacht beschrieben werden, ist zusätzlich „Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse“ zu markieren.",
"beispiele": [
"„Da habe ich gespürt, wie sich eine kalte, behaarte Hand auf meinen Körper legte; ganz deutlich habe ich die fünf Finger gespürt. Es war eine ganz raue Hand.“",
"„Plötzlich ist mir eiskaltes Wasser über den Rücken gelaufen. Als ich nachgesehen habe, war die Haut aber ganz trocken.“",
"„Auf einmal konnte ich lauter kleine Kristalle zwischen den Fingern tasten, sie waren zum Teil rund, zum Teil aber auch länglich.“",
"„Mein Darm ist wie versteinert und im Bauch ist ein ständiges Brennen.“",
"„Elektrischer Strom fließt durch meinen Bauch; das Herz und der Darm ziehen sich zusammen. In meinem Kopf schwappt das Gehirn hin und her.“",
"„Im Hoden ist so ein eigenartiges Ziehen, als ob eine Eisenkugel daran hängt.“"
]
},
{
"item_id": "52",
"definition": "Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen ohne entsprechende Reizquelle.",
"erlaeuterung": "Im Mund breitet sich ein bestimmter (meist unangenehmer) Geschmack aus, ohne dass der Patient etwas gegessen oder getrunken hat.\n\nGeruchs- und Geschmackshalluzinationen treten häufig zusammen auf oder gehen phänomenologisch ineinander über.",
"beispiele": [
"„Auf einmal hatte ich einen richtig fauligen Geschmack im Mund.“",
"„Plötzlich hat es nach Gas gerochen; es war ganz merkwürdig, weil es sonst keiner gemerkt hat.“"
]
},
{
"item_id": "53",
"definition": "Die Umgebung oder das Zeiterleben werden unwirklich verändert erfahren; die Vertrautheit geht verloren.",
"erlaeuterung": "Personen, Gegenstände und Umgebung erscheinen unwirklich, fremdartig oder auch räumlich verändert. Dadurch wirkt die Umwelt z. B. unvertraut, sonderbar oder gespenstisch. Die Sinneseindrücke können intensiver oder abgeschwächt sein:\n\nDerealisation (Entfremdungserlebnisse) kann in Wahnstimmung eingebettet sein.",
"beispiele": [
"„Alle Geräusche klingen gedämpft, als ob ein Filter dazwischen wäre.“",
"„Ich sehe alles wie durch einen Schleier.“",
"„Alles schmeckt jetzt so, als ob es aus Pappe wäre.“",
"„Ich habe das Gefühl, dass alles in Zeitlupe passiert.“"
]
},
{
"item_id": "54",
"definition": "Der Patient kommt sich selbst fremd, unwirklich, verändert oder wie ein anderer vor.",
"erlaeuterung": "Diese Störung kann flüchtig sein oder über längere Zeit bestehen bleiben:\n\nHierher gehört auch das Erleben der Veränderung körperlicher Merkmale (z. B. größere Extremitäten). Die Phänomene Transitivismus (anderen Personen eigene Erlebnisse und Verhaltensweisen zuschreiben) und Appersonierung (Beobachtungen z. B. bei anderen Menschen werden am eigenen Körper erlebt) werden hier auch markiert. Nicht gemeint ist das nachvollziehbare Sich-verändert-Fühlen durch die Erkrankung oder „pseudophilosophische“ Hinweise auf das ständige Sichverändern.",
"beispiele": [
"„Jedes Mal implantieren Sie mir ein anderes Ich, damit ich die Erinnerungen nicht behalte. Mein wirkliches Ich haben sie dafür in einen anderen Menschen eingesetzt.“",
"„In den Angstattacken spüre ich meinen Körper nicht mehr, er fühlt sich an, als gehöre er nicht mehr zu mir.“",
"„In der Depression bin ich wie eine Maschine, wie ein Automat. Ich existiere dann gar nicht mehr. Ich bin tot. Ich fühle mich als gar nichts. Mein Ich ist tot, ich bin wie eine Leiche.“"
]
},
{
"item_id": "55",
"definition": "Die Gedanken gehören nicht mehr dem Patienten alleine, andere haben daran Anteil und wissen, was er denkt (Gedankenlesen).",
"erlaeuterung": "Gedankenlautwerden muss hier ebenfalls eingetragen werden, wenn der Patient glaubt, dass es auch von anderen gehört werden kann.\n\nBefürchtungen eines Patienten, dass andere Menschen sein Befinden erkennen könnten („Man sieht mir an, wie es mir geht“), sind hier nicht gemeint.",
"beispiele": [
"„Die Leute merken, was ich denke. Alle wissen, was in meinem Kopf vorgeht.“",
"„Wenn ich etwas denke, merkt das sofort der Gegenübersitzende“.",
"„Mein Vater kann meine Gedanken mithören“.",
"„Alle hier können in meine Gedanken reinsehen.“"
]
},
{
"item_id": "56",
"definition": "Dem Patienten werden die Gedanken weggenommen oder „abgezogen“.",
"erlaeuterung": "Ein Patient berichtet, dass ihm andere Menschen oder eine höhere Macht die Gedanken entreiße oder stehle.",
"beispiele": [
"„Da, wo meine Gedanken waren, ist jetzt ein großes schwarzes Loch. Alle meine Gedanken hat mir meine erste Freundin weggenommen“."
]
},
{
"item_id": "57",
"definition": "Die Patienten erleben ihre Gedanken und Vorstellungen als beeinflusst, gemacht, gelenkt, gesteuert, eingegeben oder aufgedrängt.",
"erlaeuterung": "",
"beispiele": [
"„Sie hypnotisieren mir Gedanken in den Kopf, die gar nicht meine sind.“",
"„Sie machen, dass ich ständig sexuelle Dinge denken muss, obwohl ich das gar nicht will.“"
]
},
{
"item_id": "58",
"definition": "Gefühle, Intentionen, Verhalten oder Körperfunktionen werden als gemacht erlebt.",
"erlaeuterung": "Der Patient muss etwas Bestimmtes sprechen, er muss schreien, auf bestimmte Weise handeln, er muss jemanden angreifen, toben usw.\n\nDie häufige Äußerung, allgemein durch die Medien, die Gesellschaft oder die Eltern beeinflusst zu werden, ist hier nicht gemeint. Alle Beeinflussungen, die Gedanken betreffen, sind unter Gedankenausbreitung, -entzug oder -eingebung zu kodieren.",
"beispiele": [
"„Die machen, dass ich schreie.“",
"„Die steuern meinen Herzschlag, die machen ihn schnell und langsam.“",
"„Die machen, dass ich mich im Bett immer hin und her wälze.“",
"„Ich bin eine Marionette, die von außen gesteuert wird.“",
"„Die rufen bei mir eine sexuelle Erregung hervor.“"
]
},
{
"item_id": "59",
"definition": "Der Patient erscheint stimmungsmäßig wie jemand, der sich nicht mehr zurechtfindet und seine Situation, seine Umgebung oder Zukunft kaum oder nicht mehr begreift. Er versteht nicht mehr, was mit ihm geschieht und erscheint „staunig“, perplex (verwundert, hilflos).",
"erlaeuterung": "Es handelt sich hierbei um ein Symptom, das häufig aus dem Verhalten zu erschließen ist. Meist ist die Ratlosigkeit als Summe aus Mimik, Gestik und Worten erkennbar. Entschlussunfähigkeit gegenüber Entscheidungen ist hier nicht gemeint, ebenfalls nicht der im umgangssprachlichen Sinne „Rat Suchende“ („ich weiß mir keinen Rat“). Vielmehr ist bei der Beurteilung der Affekt der Ratlosigkeit abzubilden, der eine kognitive Störung begleiten kann.\n\nWeniger Gewicht hat für dieses Merkmal der kognitive Aspekt selbst. Der Patient weiß nicht mehr, was ihm geschieht, was er denken, planen und tun soll. Er vermag die Ereignisse nicht zu begreifen und sich keine Übersicht zu verschaffen.\n\nDie Ratlosigkeit äußert sich in einem staunend fremden oder ängstlichen Gesichtsausdruck, manchmal in einer Unruhe oder in einem zögernden Verharren, in Reaktionsunfähigkeit, in suchenden Handlungen, in Redewendungen wie zum Beispiel „Was ist los? … Wo bin ich? … Was ist geschehen? … Ich weiß nicht … Ich kenne mich nicht aus“.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "6",
"definition": "Der gegenwärtige Aufenthaltsort wird nicht gewusst oder der Patient macht darüber sehr ungenaue Angaben.",
"erlaeuterung": "Falls der Patient seinen Aufenthaltsort (den Ortsnamen, bei großen Städten auch den Stadtteil) nur deshalb nicht weiß, weil er nicht darüber informiert wurde (z. B. bei Verlegungen), ist „keine Aussage“ zu markieren.\n\nWenn sich ein Patient in seiner Umgebung nicht zurechtfindet (beispielsweise auf der Station sein Zimmer nicht wieder findet), ist dies nicht als örtliche Orientierungsstörung zu markieren, sondern als Gedächtnisstörung.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "60",
"definition": "Hierbei handelt es sich um eine vom Patienten angegebene Reduktion oder einen Verlust affektiven Erlebens, um eine subjektiv erlebte Gefühlsleere. Der Patient erlebt sich als gefühlsverarmt, -leer, -verödet, und zwar häufig nicht nur für Freude, sondern auch für Trauer.",
"erlaeuterung": "Die Patienten berichten, die Gefühle seien wie abgestorben, sie seien leer und kalt, sie hätten keine Gefühle, auch nicht mehr die von Traurigkeit. Beim Gefühl der Gefühllosigkeit handelt es sich um die subjektive Seite der häufig vom Beurteiler wahrgenommenen Affektarmut. „Ich bin innerlich ganz abgestorben, ich kann überhaupt nichts mehr fühlen, in mir ist es tot und leer. Ich kann mich über nichts mehr freuen, aber ich kann auch nicht traurig sein, es erschüttert mich auch nichts mehr, es ist alles starr.“ „Ich würde gerne weinen, aber es geht nicht mehr“; „Ich kann mich nicht mehr ganz so wie früher mitfreuen“; „Musik und andere Dinge, die mir Freude gemacht haben, kann ich nicht mehr so emotional wie sonst erleben.“",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "61",
"definition": "Die Anzahl (das Spektrum) gezeigter Affekte ist vermindert.",
"erlaeuterung": "Nur wenige Affekte (z. B. Wut, Hass, Ärger, Trauer) sind beobachtbar, oder der Patient ist affektiv unbeteiligt. Eine Verminderung der Anzahl gezeigter Affekte tritt nicht nur beim depressiven Patienten auf. Auch ein manischer, schizophrener oder persönlichkeitsgestörter Patient kann affektarm sein, wenn er nur einen oder wenige Affekte zeigt. Zur sicheren Beurteilung muss der Untersucher unterschiedliche Affekte hervorzurufen versuchen, wenn sie nicht spontan gezeigt werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "62",
"definition": "Herabsetzung des allgemeinen Gefühls von Kraft, Energie und Lebendigkeit.",
"erlaeuterung": "Klagen wie „alles ist so schwer … es drückt mich nieder … ich fühle mich so zerschlagen“ werden geäußert. Kraftlosigkeit, Schlappheit, rasche körperliche oder geistige Erschöpfbarkeit, Müdigkeit oder körperliches Unbehagen werden hier abgebildet. Isolierte körperliche Beschwerden (z. B. Kopf- oder Rückenschmerzen) ohne Beeinträchtigung des Vitalgefühls werden nur im somatischen Befund eingetragen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "63",
"definition": "Negativ getönte Befindlichkeit (niedergedrückt, niedergeschlagen)",
"erlaeuterung": "Hier wird ein breites Spektrum von Gefühlen abgebildet, das von der Formulierung „ich bin traurig“ über die Beschreibung einer Stimmung des Unbehagens, der Niedergeschlagenheit, Sorge, Gram oder Hilflosigkeit bis hin zu der Angabe einer „entsetzlichen, unbeschreiblichen inneren Qual“ reichen kann. Dabei kann der Ausdruck deprimierter Stimmung von sichtbarer Niedergeschlagenheit mit Weinen und heftiger Bewegtheit bis zur völligen Erstarrung im Schmerz gehen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "64",
"definition": "Verminderte Hoffnung, pessimistische Stimmung, fehlende Zukunftsorientierung. Der Glaube an eine positive Zukunft ist vermindert oder ganz abhandengekommen („Schwarzsehen“).",
"erlaeuterung": "Abgebildet wird die veränderte Stimmung, weniger Gewicht hat für dieses Merkmal der kognitive Aspekt. Der Patient hat eine pessimistische Weltsicht. Er hat Zweifel an einer positiven Zukunft, hat wenig oder gar keine Hoffnung mehr. Überall werden nur Probleme und Schwierigkeiten gesehen. Jede Veränderung wird als Verschlimmerung betrachtet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "65",
"definition": "Der Patient hat Angst, manchmal ohne angeben zu können, wovor.",
"erlaeuterung": "Hinweise auf Angst können sich auch aus Ausdruck und Verhalten ergeben. Angst kann sich zudem in körperlichen Symptomen wie „Schwitzen, Zittern usw.“ äußern, die dann zusätzlich im somatischen Befund zu dokumentieren sind.\n\nDie Ursache der Angst spielt keine Rolle (z. B. Panikattacken, Hypochondrie, Phobie, Wahn). Ob zusätzlich das Merkmal Phobie oder Hypochondrie markiert werden soll, muss geprüft werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "66",
"definition": "Zustand des übersteigerten Wohlbefindens, des Behagens, der Heiterkeit, der Zuversicht, des gesteigerten Vitalgefühls.",
"erlaeuterung": "Es kann sich hier um die Grundstimmung eines manischen Patienten, aber auch um die kurzfristige Euphorie bei Rauschmittelgebrauch oder anderen Grunderkrankungen handeln. Auch reaktive Euphorie (z. B. nach überstandener Gefahr) ist hier abzubilden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "67",
"definition": "Missmutige Verstimmtheit. Der Patient ist übellaunig, mürrisch, nörgelnd, missgestimmt, unzufrieden, ärgerlich.",
"erlaeuterung": "Eine dysphorische Stimmung kann während einer längeren Dauer innerhalb des Beurteilungszeitraumes oder auch situativ bezüglich bestimmter Gesprächsthemen oder gegenüber bestimmten Gesprächspartnern bestehen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "68",
"definition": "Der Patient reagiert unangemessen rasch oder heftig mit Ärger bzw. Aggression.",
"erlaeuterung": "Der Untersucher spürt die Bereitschaft zu aggressiv getönten affektiven Ausbrüchen, die aus scheinbarer äußerer Ruhe (gespannter Ruhe) kommen können. Oder ein Patient berichtet das Phänomen plausibel für den Beobachtungszeitraum („Schon die Fliege an der Wand brachte mich auf die Palme.“).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "69",
"definition": "Der Patient spürt innere Aufgeregtheit, Spannung oder Nervosität.",
"erlaeuterung": "Der Patient fühlt sich aufgewühlt, innerlich getrieben oder gehetzt. „Innerlich unruhig“ kann mit depressiver, ängstlicher, hoffnungslos-verzweifelter Stimmung, mit manischer Gereiztheit, mit Misstrauen, mit Wahnstimmung und Wahn verschiedenen Inhaltes verbunden sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "7",
"definition": "Die gegenwärtige Situation wird in ihrem Bedeutungs- und Sinnzusammenhang nur teilweise oder gar nicht erfasst.",
"erlaeuterung": "Jemand hat beispielsweise Schwierigkeiten anzugeben, dass er sich aktuell als Patient in einer Untersuchung befindet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "70",
"definition": "Schmerz, Kummer, Ängstlichkeit werden ausdrucksstark in Worten, Mimik und Gestik vorgetragen („Wehklagen“).",
"erlaeuterung": "Die Patienten weinen, seufzen, stöhnen, klagen oder lamentieren.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "71",
"definition": "Das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit oder den eigenen Wert ist vermindert oder verloren gegangen.",
"erlaeuterung": "Der Patient leidet unter dem Gefühl, weniger wert zu sein oder nichts zu taugen. Er hält sich für unfähig, untüchtig, ungeschickt, entschlussunfähig, dumm, verständnislos, hässlich oder Ähnliches. Insuffizienzgefühle sollen auch dann markiert werden, wenn der Patient unter einer tatsächlichen Beeinträchtigung leidet. Es handelt sich hier um die gespürte Insuffizienz unabhängig davon, ob sie angemessen ist oder nicht: Ein Rollstuhlfahrer empfindet sich als „wertloser Krüppel“. Der Depressive ohne objektivierbare kognitive Störungen klagt über schwere Einschränkungen von Gedächtnis und Konzentration.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "72",
"definition": "Ein positiv erlebtes Gefühl von Steigerung des eigenen Wertes, der Kraft oder der Leistung.",
"erlaeuterung": "Der Patient traut sich besonders viel zu. Er hält sich für besonders klug und leistungsfähig oder fühlt sich anderen überlegen. Das Erleben des eigenen gesteigerten Wertes soll unabhängig von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Patienten beurteilt werden.\n\nWenn die Wahnkriterien bezüglich des Themas „gesteigertes Selbstwertgefühl“ erfüllt sind, muss Größenwahn zusätzlich markiert werden. Ein Größenwahn wird meist (aber nicht in jedem Fall) auch von gesteigerten Selbstwertgefühlen begleitet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "73",
"definition": "Der Patient fühlt sich wegen einer Tat, bestimmter Gedanken oder Wünsche schuldig. Er hat das Gefühl, etwas falsch gemacht und gegen Normen verstoßen zu haben.",
"erlaeuterung": "Hier ist allein der subjektive Affekt von empfundener Schuld abzubilden. Hier sind auch ganz realistische Schuldgefühle abzubilden, z. B. wenn ein Patient tatsächlich mit Handlungen gegen Normen verstoßen hat. Schuldgefühle müssen nicht in depressives Erleben eingebettet sein.\n\nWenn die Wahnkriterien bezüglich des Themas Schuld erfüllt sind, muss Schuldwahn zusätzlich markiert werden. Ein Schuldwahn wird meist (aber nicht in jedem Fall) auch von Schuldgefühlen begleitet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "74",
"definition": "Der Patient fürchtet, ihm fehlten die Mittel, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, er sei verarmt.",
"erlaeuterung": "Das Verarmungsgefühl muss nicht unbedingt in depressives Erleben eingebettet sein. Verarmungsgefühle bei tatsächlich vorliegender Verarmung sind ebenfalls hier abzubilden. Wenn die Wahnkriterien bezüglich des Themas Verarmung erfüllt sind, muss Verarmungswahn zusätzlich markiert werden. Ein Verarmungswahn wird meist (aber nicht in jedem Fall) auch von einem Verarmungsgefühl begleitet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "75",
"definition": "Koexistenz widersprüchlicher Gefühle oder Impulse (Ambitendenz) des Patienten, die er als gleichzeitig vorhanden und oft als quälend erlebt.",
"erlaeuterung": "Das Merkmal ist von der kognitiven „Entschlussunfähigkeit“ oder „Zwiespältigkeit“ abzugrenzen, die umgangssprachlich häufig als ambivalent bezeichnet werden. Auch der bewusst geplante Aufschub bestimmter Entscheidungen wird hier nicht markiert. Entschlussunfähigkeit aus Insuffizienzgefühlen oder (depressiver) Hemmung wird hier nicht abgebildet.",
"beispiele": [
"Ein Patient berichtet z. B., eine andere Person werde von ihm zugleich gehasst und geliebt.",
"Ein Patient verharrt in einer quälenden Schaukelbewegung, weil er zugleich loslaufen und stehen bleiben will."
]
},
{
"item_id": "76",
"definition": "Gefühlsausdruck und berichteter Erlebnisinhalt stimmen nicht überein.",
"erlaeuterung": "Der Patient zeigt einen „falschen“ oder „unpassenden“ Affekt; es gelingt ihm nicht, den „passenden“ Affekt zu zeigen: Ein Patient berichtet z. B. lachend, er sei in der vergangenen Nacht wieder in der schauerlichsten Weise gefoltert worden. Ein anderer empfindet Freude über ein Geschenk, jammert aber dabei (Paramimie).\n\nNicht jeder inadäquate Affekt wird hier abgebildet: Verlegenheitslächeln (z. B. aus Unsicherheit) ist hier nicht gemeint. Ebenso wenig ist es parathym, wenn jemand ständig und absichtlich lächelnd von schweren Belastungen berichtet (z. B. um die Form zu wahren).\n\nAußerdem ist zu beachten, dass zunächst verschiedene Affekte vorhanden sein müssen: Wenn ein affektarmer, andauernd lachender manischer Patient ein trauriges Ereignis lachend berichtet, wird dies nicht als parathym abgebildet.\n\nStereotypes Lachen (also kein Affekt im eigentlichen Sinne) wird bei Parakinesen abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "77",
"definition": "Zu schneller Wechsel der Affekte, der auf einen Anstoß von außen erfolgt oder spontan auftritt (emotionale Instabilität).",
"erlaeuterung": "Die beobachteten Affekte haben meist eine sehr kurze Dauer, können vielfachen Schwankungen unterliegen und in ihrem „Vorzeichen“ wechseln. Affektschwankungen über längere Zeiträume, z. B. im Rahmen bipolarer Verläufe, werden hier nicht abgebildet, ebenso wenig regelmäßige Tagesschwankungen (circadiane Besonderheiten).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "78",
"definition": "Affekte können bei geringem Anstoß überschießen, vom Patienten nicht beherrscht werden und nehmen manchmal eine übermäßige Stärke an (mangelnde Affektkontrolle).",
"erlaeuterung": "„Fassungsloses“ Weinen, „Ausrasten“ in Wut. Die Affekte können vom Patienten nicht oder nur eingeschränkt kontrolliert werden. Beispielsweise berichtet ein Patient, gegen seinen Willen immer weinen zu müssen, sobald im Radio irgendwelche traurigen Nachrichten gebracht werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "79",
"definition": "Verminderung der affektiven Modulationsfähigkeit. Hier ist die Schwingungsfähigkeit (Amplitude) verringert.",
"erlaeuterung": "Es können mehrere Affekte auftreten, die aber jeweils gering oder gar nicht moduliert sind (hier auch Affektverflachung abbilden). Wenn keine spontane Modulation der Affekte zu beobachten ist, muss der Untersucher entsprechende emotionale Reize vorgeben.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "8",
"definition": "Die persönliche lebensgeschichtliche Situation wird nicht oder nur teilweise gewusst.",
"erlaeuterung": "Das Wissen um die lebensgeschichtliche Situation beinhaltet Geburtstag und -ort, Alter, Name, Wohnsituation sowie die Rolle im Lebensalter und im sozialen Kontext (z. B. Beruf).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "80",
"definition": "Mangel an Energie, Initiative und Interesse.",
"erlaeuterung": "Die Störung wird vom Patienten berichtet oder ist dem Untersucher erkennbar, etwa an der spärlichen spontanen Motorik oder der mangelnden Initiative im Gespräch.",
"beispiele": [
"Patient vernachlässigt seine bisher ausgeübten Hobbies („Ich mache in letzter Zeit viel weniger als früher.“).",
"Ein Patient sitzt lange vor dem Fernseher und ist nur schwer zu anderen Aktivitäten anzuregen."
]
},
{
"item_id": "81",
"definition": "Energie und Initiative werden vom Patienten als gebremst oder blockiert erlebt.",
"erlaeuterung": "Hier geht es nicht um den absoluten Mangel an Energie und darum, dass übliche Tätigkeiten seltener ausgeführt werden (siehe antriebsarm), sondern darum, dass die Tätigkeiten einen stärkeren Kraftaufwand, mehr Mühe und Anstrengung erfordern. Das Bemühen des Patienten, die Hemmung zu überwinden, wird deutlich. Der Patient äußert Pläne und Wünsche, kann sie aber nicht umsetzen, bricht Versuche ab, rafft sich wieder auf, usw. Im Gegensatz zur Antriebsarmut ist hier die Intentionalität nicht gestört. Der Patient möchte, aber kann nicht.",
"beispiele": [
"„Alles fällt mir schwerer als sonst; ich bin wie gebremst, aber bisher hat es mir noch fast keiner angemerkt.“",
"„Ich beschließe, aufzustehen und mich anzuziehen, aber es ist zu mühsam, ich bleibe im Bett liegen.“",
"„Ich sitze oft auf dem Sofa und sage zu mir, nun mach doch wenigstens etwas.“"
]
},
{
"item_id": "82",
"definition": "Zunahme an Energie, Initiative und Interesse.",
"erlaeuterung": "Die Aktivität des Patienten äußert sich in zielgerichteter Tätigkeit, die aber nicht unbedingt sinnvoll sein muss. Der Patient verfolgt viele Pläne.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "83",
"definition": "Gesteigerte und ungerichtete motorische Aktivität.",
"erlaeuterung": "Die Patienten sind in Bewegung, laufen herum oder bewegen sich auf der Stelle. Motorische Unruhe gibt es auch umschrieben z. B. als isolierte Kratzbewegungen, als Händeringen, Fußwippen oder Fingertrommeln.",
"beispiele": [
"Der Patient wippt in der Untersuchung häufig mit seinen Füßen.",
"Der Patient berichtet, im Beobachtungszeitraum in seiner Wohnung häufig ziellos hin und her gelaufen zu sein.",
"In der Untersuchungssituation kann der Patient nicht auf dem Stuhl sitzen bleiben, steht auf und läuft auf und ab."
]
},
{
"item_id": "84",
"definition": "Unter diesem Merkmal sind verschiedene psychopathologische Symptome subsumiert:\n Parakinesen sind qualitativ abnorme, meist komplexe Bewegungen, die häufig die Gestik, die Mimik und auch die Sprache betreffen.\n Unter Stereotypien versteht man Äußerungen auf sprachlichem und motorischem Gebiet, die die Tendenz aufweisen, oft längere Zeit hindurch in immer gleicher Form wiederholt zu werden. Im Gegensatz zur Perseveration ist hier kein Zusammenhang zu früher im Gespräch gebrauchten Worten und Gesten erkennbar. Hierunter fallen auch Verbigerationen (Wortstereotypien), Echolalie (echoartiges Nachsprechen), Echopraxie (automatenhaftes Nachahmen), Katalepsie (Haltungsstereotypien) und die „flexibilitas cerea“ („wächserne Biegsamkeit“). Auch automatenhaftes Lachen kann hier abgebildet werden.\n Befehlsautomatismus: Der Patient führt auf entsprechenden Reiz automatenhaft Handlungen aus.\n Negativismus: Negativistische Patienten tun gerade das nicht, was man von ihnen erwartet oder verlangt (passiver Negativismus), oder sie tun genau das Gegenteil (aktiver Negativismus). Negativistische Patienten kann man in gewissen Fällen zur gewünschten Handlung bringen, wenn man ihnen diese Handlung verbietet oder ihnen das Gegenteil befiehlt (Befehlsnegativismus).",
"erlaeuterung": "Auch komplexe lautliche, mimische und gestische Äußerungen bei der Tic-Krankheit können hier abgebildet werden (Gilles-de-la-Tourette-Syndrom).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "85",
"definition": "Alltägliche Bewegungen und Handlungen (auch Gestik, Mimik und Sprache) erscheinen dem Beobachter verstiegen, verschroben, posenhaft und verschnörkelt, werden manchmal mit einer ausgesprochen spielerischen Note ausgeführt.",
"erlaeuterung": "Die Patienten benehmen sich z. B. besonders auffällig (bizarr), und dieses Verhalten steht im Kontrast zum landes- und gruppenüblichen Sprechen, Sich-Bewegen oder der äußeren Erscheinung.\n\nUnter manieriert versteht man auch unnatürlich, schwülstig, aufgeblasen, und zwar im Sinne von hochtrabend und wichtigtuerisch. Darunter fallen auch Bezeichnungen wie geziert, affektiert und gekünstelt, verkrampft, stilisiert, floskelhaft.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "86",
"definition": "Die Patienten erwecken den Eindruck, als würden sie sich selber darstellen.",
"erlaeuterung": "Theatralik zeigt sich häufig im eigentümlich darstellerischen Ausdrucksverhalten der Patienten. Hier kann auch Aggravation (übertriebene Darstellung vorhandener Beschwerden) abgebildet werden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "87",
"definition": "Wortkargheit bis hin zum Nichtsprechen (Verstummen).",
"erlaeuterung": "Der wache Patient spricht weniger, einsilbig oder überhaupt nicht. Es kann im Zusammenhang mit Antriebsmangel, Hemmung, Sperrung oder aktiv-negativistischem Verweigern der sprachlichen Kontaktaufnahme auftreten. (Taub-)Stummheit wird hier nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "88",
"definition": "Verstärkter Redefluss.",
"erlaeuterung": "Logorrhoisches Sprechen kann stringent und logisch sein. Es muss nicht in jedem Falle beschleunigt sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "89",
"definition": "Regelhafte Akzentuierung der Symptomatik am Morgen.",
"erlaeuterung": "Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man beobachten kann, haben morgens eine deutlich stärkere Ausprägung. Derartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vorhanden sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ erlebt oder beobachtet (Morgentief).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "9",
"definition": "Störung der Fähigkeit, Äußerungen und Texte in ihrer Bedeutung zu begreifen und sinnvoll miteinander zu verbinden. Gemeint ist die kognitive Verarbeitung erhaltener Informationen.",
"erlaeuterung": "Die Auffassung kann mehr oder weniger falsch, verlangsamt („schwerbesinnlich“) oder fehlend sein. Die Prüfung muss beispielsweise mit Wortpaaren (Unterschiede, Gemeinsamkeiten), gebräuchlichen Sprichwörtern, Bildgeschichten oder Fabeln erfolgen, wenn sich die Auffassungsstörung nicht schon aus dem Gespräch ergibt.\n\nHier wird auch Konkretismus abgebildet. Konkretismus meint die Beeinträchtigung der Fähigkeit zu abstrahierend-symbolischem Denken. Beispiele sind Schwierigkeiten beim Zuordnen von Elementen zu Klassen, Probleme bei Verallgemeinerungen und Haftenbleiben an Details oder persönlichen Bezügen bei der Erklärung von metaphorischen Redewendungen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "90",
"definition": "Regelhafte Akzentuierung der Symptomatik am Abend.",
"erlaeuterung": "Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man beobachten kann, haben abends eine deutlich stärkere Ausprägung. Derartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vorhanden sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ erlebt oder beobachtet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "91",
"definition": "Regelhafte Besserung der Symptomatik am Abend.",
"erlaeuterung": "Die Symptome, unter denen der Patient leidet oder die man beobachten kann, haben abends eine deutlich geringere Ausprägung.\n\nDerartige Veränderungen müssen nicht wirklich jeden Tag vorhanden sein, werden aber doch als relativ „typisches Muster“ erlebt oder beobachtet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "92",
"definition": "Rückzug von anderen Menschen.",
"erlaeuterung": "Hier wird der vom Patienten ausgehende Rückzug abgebildet, der zur Verminderung sozialer Kontakte führt. Soziale Isolation trotz erhaltenem Kontaktwunsch und entsprechenden Aktivitäten des Patienten ist hier nicht gemeint.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "93",
"definition": "Zunahme sozialer Aktivitäten.",
"erlaeuterung": "Der Patient nimmt von sich aus vermehrt Kontakte zu anderen Menschen auf. Dabei handelt es sich meist um oberflächliche und wechselhafte Kontakte. Umtriebigkeit wird von den Mitmenschen häufig als unangenehm, belästigend oder rücksichtslos empfunden, so dass für die Patienten negative Konsequenzen entstehen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "94",
"definition": "Feindseliges und angriffslustiges Verhalten.",
"erlaeuterung": "Hier werden sowohl verbale Aggressivität wie auch aggressive Handlungen gegen Personen oder Sachen abgebildet.\nBeispiele für Aggressivität sind Beschimpfungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Einschüchterungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.\nAutoaggressivität wird hier nicht abgebildet (siehe Selbstbeschädigung oder Suizidalität).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "95",
"definition": "Gedanken, Pläne und konkrete Handlungen, die sich darauf beziehen, sterben zu wollen oder sich das Leben zu nehmen.",
"erlaeuterung": "Hier werden auch Lebensüberdruss und Todeswünsche abgebildet, bei denen kein eigentlicher Selbsttötungsgedanke besteht.\n\nWenn imperative Stimmen zum Suizid auffordern, wird auch das Merkmal „Suizidalität“ markiert.\n\nRiskante Verhaltenweisen ohne Suizidabsichten (z. B. Risikosportarten oder Rauchen) werden hier nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "96",
"definition": "Selbstverletzung ohne Suizidabsicht.",
"erlaeuterung": "Hier werden Verhaltensweisen abgebildet, die der Patient mit der Absicht ausführt, sich selbst zu schädigen (Verschlucken gefährlicher Gegenstände, Zufügen von Schnittwunden, Kratzwunden sowie Brandverletzungen oder Kopfschlagen). Auch selbstverletzendes Verhalten mit dem Ziel der Spannungsreduktion wird hier abgebildet.\n\nRiskante Verhaltensweisen ohne Absicht einer Selbstschädigung (riskantes Sexualverhalten, Drogenkonsum, ungesundes Essverhalten oder unverhältnismäßige kosmetische Operationen) werden hier nicht abgebildet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "97",
"definition": "Der Patient fühlt sich nicht krank oder weniger krank, als er tatsächlich ist.",
"erlaeuterung": "Gemeint ist das Gefühl des Patienten, psychisch oder körperlich krank zu sein. Das Krankheitskonzept des Patienten ist dabei nicht entscheidend: Beispielsweise hat ein hypochondrischer Patient keinen Mangel an Krankheitsgefühl, wenn er sich körperlich krank fühlt, während der Arzt ihn als eigentlich psychisch krank beurteilt.\nBeispiele für mangelndes Krankheitsgefühl sind ein dementer Patient oder ein manischer Patient, der sich trotz erheblicher Beeinträchtigungen nicht krank fühlt. Ein schizophrener Patient fühlt sich trotz ausgeprägter Negativsymptomatik mit sozialem Rückzug und Antriebsarmut völlig gesund.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "98",
"definition": "Der Patient sieht seine Beschwerden nicht als Ausdruck seiner psychischen Erkrankung an.",
"erlaeuterung": "Hier wird abgebildet, ob ein Patient Einsicht in seine psychische Krankheit hat. Das Krankheitskonzept des Patienten ist dabei entscheidend: Beispielsweise hat ein hypochondrischer Patient Mangel an Krankheitseinsicht, wenn er von einer körperlichen Krankheit überzeugt ist, obwohl er tatsächlich psychisch krank ist.\n\nEin Beispiel für Mangel an Krankheitseinsicht liegt vor, wenn ein schizophrener Patient seine akustischen Halluzinationen einem Radiosender zuschreibt und nicht als Krankheitssymptom bewertet.\n\nKrankheitsgefühl und Krankheitseinsicht sind unabhängig voneinander zu beurteilen. Patienten mit einer Manie können völlig krankheitseinsichtig sein, obwohl sie kein Krankheitsgefühl haben.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "99",
"definition": "Der Patient lehnt die Behandlung ab oder wehrt sich dagegen.",
"erlaeuterung": "Dieses Merkmal umfasst ein breites Verhaltensspektrum. Die Ablehnung der Behandlung kann von unzureichender Mitarbeit bis zur vollständigen Verweigerung der Behandlung reichen. Beispiele hierfür können Unpünktlichkeit, fehlende Gesprächsbereitschaft, unzuverlässige Medikamenteneinnahme oder Ablehnung von Diagnostik sein.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP1",
"definition": "Angstanfälle (Panikattacken) sind plötzlich auftretende und zeitlich klar abgrenzbare Zustände intensiver Angst, die häufig mit körperlichen Symptomen verbunden sind. Sie können „aus heiterem Himmel“ oder in bestimmten Situationen auftreten.",
"erlaeuterung": "Der Begriff Angstanfall ist synonym zum Begriff Panikattacke. Er wird systematisch vorgezogen, um zu betonen, dass es sich um ein Symptom handelt, das bei verschiedenen Störungen auftreten kann. Der Begriff Panikattacke legt demgegenüber die Nähe zur Panikstörung nahe.\nAngstanfälle können mit mehreren der folgenden psychischen oder körperlichen Symptomen einhergehen: Herzklopfen oder Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder Beben, Mundtrockenheit, Atemnot, Erstickungsgefühle, Hyperventilation, Druck oder Enge in der Brust, Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel-, Unsicherheits-, Ohnmachts- oder Benommenheitsgefühle, Derealisation oder Depersonalisation, Parästhesie, Hitzewallungen oder Kälteschauer sowie die Angst, verrückt oder ohnmächtig zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben. Diese Symptome sind dann zusätzlich im Somatischen oder Psychischen Befund zu markieren.\nAngstanfälle beginnen plötzlich und erreichen schnell ihre maximale Ausprägung. Sie können situationsgebunden oder unerwartet auftreten. Angstanfälle sind unspezifische Symptome, die nicht nur bei der Panikstörung und der Agoraphobie, sondern auch bei anderen psychischen oder somatischen Erkrankungen vorkommen können.\nTreten Angstanfälle zusammen mit Phobien auf, werden diese zusätzlich kodiert.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP10",
"definition": "Ideen, die für einen Patienten eine hohe individuelle Bedeutung haben, die von anderen nur schwer nachvollzogen werden können.",
"erlaeuterung": "Überwertige Ideen stellen manchmal eine Vorstufe zu einem Wahn dar, sind aber noch korrigierbar. Es besteht oft ein starker Wunsch, andere von der Richtigkeit zu überzeugen. Sie sind für den Betroffenen oft mit starken Emotionen verbunden und können einen Einfluss auf die Lebensgestaltung haben bzw. diese entscheidend prägen.\nSie sind für den Untersucher noch nachvollziehbar und verstehbar. Es liegt aber eine auffällige Fixierung und übermäßige Beschäftigung des Patienten mit den Ideen vor. Überwertige Ideen können einen Zusammenhang zu lebensgeschichtlichen Situationen aufweisen.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP11",
"definition": "Dem Patienten fallen im Gespräch übliche Wörter nicht ein, die er sonst immer gefunden hat.",
"erlaeuterung": "Im Gespräch gerät die Person inmitten eines Satzes ins Stocken, weil sie das folgende Wort nicht weiß. Sie wählt vielfach in derartigen Situationen Umschreibungen oder Umwege, die das fehlende Wort entbehrlich machen. Die Person kann auf die Wortfindungsstörung reagieren.\nMenschen, die eloquent sind, können Wortfindungsstörungen meist besser umgehen.",
"beispiele": [
"In dem Moment fiel das Mädchen in den … äh, also sie fiel ins Wasser.",
"ach, fällt mir gerade nicht ein",
"ist ja ärgerlich, ich komme nicht drauf"
]
},
{
"item_id": "ZP2",
"definition": "Subjektives Gefühl, dass die Gedanken schneller gehen.",
"erlaeuterung": "Der Patient erlebt sein Denken als beschleunigt, die Gedanken sind rascher bis rasend schnell. Sie werden aber nicht als drängend oder ungeordnet erlebt.",
"beispiele": [
"Meine Gedanken laufen viel schneller als sonst.",
"Meine Gedanken rasen fast."
]
},
{
"item_id": "ZP3",
"definition": "Gefühl, dass zufällige Ereignisse für den Patienten eine besondere und ungewöhnliche Bedeutung haben.",
"erlaeuterung": "Dinge in der Umgebung werden vom Patienten auf sich bezogen. Der Patient fühlt sich im Mittelpunkt von Ereignissen. Im Gegensatz zum Wahn liegen jedoch keine unkorrigierbaren Überzeugungen vor.\nDer Patient hat das Gefühl, die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu ziehen, kann jedoch noch auf Nachfragen Dritter dies als nicht realistisch ansehen.\nAuch eigentümliches und magisches Denken kann hier abgebildet werden, wenn es den beschriebenen „pathologischen Ich-Bezug“ hat.",
"beispiele": [
"Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Leute im Bus über mich reden könnten, aber das kann ja eigentlich nicht sein.",
"In der Öffentlichkeit habe ich immer das Gefühl, dass mich die Leute wegen meiner abstehenden Ohren anstarren."
]
},
{
"item_id": "ZP4",
"definition": "Schwierigkeiten, einzelne Handlungsschritte bei Alltagsaktivitäten in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, um ein gesetztes Ziel zu erreichen.",
"erlaeuterung": "Gemeint sind die beeinträchtigende Handlungsplanung, die gestörte Organisation und Kontrolle der einzelnen Handlungsschritte sowie die unangemessene Reaktion auf Fehler oder Hindernisse. Einfache Handlungsstörungen (z. B. das Befolgen einer einfachen Aufforderung) sind hier nicht gemeint, sondern nur Störungen bei komplexen, d. h. mehrschrittigen Aufgaben.\nPatienten erreichen die von ihnen gewählten Ziele nicht, weil sie Handlungsschrirtte abbrechen, die richtige Reihenfolge durcheinander bringen oder bei eintretenden Schwierigkeiten nicht flexibel reagieren.\n In der Ergotherapie kann die mehrschrittige Bearbeitung eines Werkstücks nicht ohne Hilfe bewerkstelligt werden, obgleich die einzelnen Schritte jeweils für sich gelingen.\n Ein Patient kann der Bitte, einen Lebenslauf zu erstellen, nicht nachkommen, obwohl er die relevanten Daten präzise benennen kann.\n Die Vorbereitungen auf den Besuch von Gästen gelingen nicht (z. B. Einkaufen, Tischdecken, Kochen).",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP5",
"definition": "Unangemessene Verringerung der interpersonellen Distanz.",
"erlaeuterung": "Distanzlosigkeit kann sich durch zu große körperliche Nähe zeigen, z. B. zu nahe am anderen stehen („auf die Pelle rücken“), jemanden unangemessen lange, durchdringend anschauen („anstarren“), in Gesprächen den anderen ständig berühren usw. Der verbale Kommunikationsstil kann auffällig sein. Es kann z. B. die Du-Form benutzt werden, obwohl keine persönliche Verbindung besteht.\nDas Verhalten kann unangemessen sein (z. B. beim Besuch ungefragt Bücher aus dem Regal nehmen). Oder es werden unangemessen persönliche Fragen gestellt (z. B. nach finanziellen Verhältnissen, Sexualität usw.). Oder andere werden durch zu große Offenheit bezüglich eigener Angelegenheiten in Verlegenheit gebracht. Auch wenn das Verhalten als wahrheitsliebend oder als unverblümte Direktheit kaschiert wird, soll es hier markiert werden. Distanzlose Menschen werden als zudringlich, plump vertraulich, aufdringlich, belästigend oder penetrant erlebt.\nDistanzverhalten muss im sozio-kulturellen Kontext beurteilt werden! Es kommt auf die Missachtung einer angemessenen sozialen Distanz an, die für unsere Kultur typisch ist.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP6",
"definition": "Hören der eigenen (laut ausgesprochenen) Gedanken.",
"erlaeuterung": "Der Patient hört seine eigenen Gedanken wie eine Stimme laut im Kopf, wobei ihm aber bewusst ist, dass es sich um seine eigenen Gedanken handelt.\nWenn der Patient davon ausgeht, dass andere seine Gedanken auch hören, weil sie laut werden, soll dies zusätzlich unter „55 Gedankenausbreitung“ abgebildet werden.",
"beispiele": [
"Das sind meine eigenen Gedanken, die ich höre. Die werden laut, wenn es still wird."
]
},
{
"item_id": "ZP7",
"definition": "Plötzliches, vorschnelles und unreflektiertes Handeln, das durch äußere Reize oder inneren Anstoß ausgelöst wird.",
"erlaeuterung": "Impulsivität bezeichnet eine erhöhte Bereitschaft, ohne kritisches Abwägen zu handeln und vorschnell Entscheidungen zu treffen. Gedanken und Ideen werden spontan geäußert, auch wenn sie verletzend sind oder zum eigenen Nachteil gereichen. Die Konsequenzen des eigenen Handelns werden nicht bedacht. Dem Patienten fällt es schwer, eine begonnene Handlung zu unterbrechen. Es besteht eine erhöhte Reagibilität gegenüber äußeren Reizen und inneren Impulsen.\nBeispielsweise fällt der Patient dem Untersucher ins Wort, kann nicht abwarten, berichtet von unbedachten Geldausgaben oder Vertragsabschlüssen.\nImpulsives Verhalten aus emotionaler Erregung wie Wut oder Jähzorn ist hier auch abzubilden.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP8",
"definition": "Unangemessen negative oder verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers.",
"erlaeuterung": "Das Körperbild ist ein Teil des Selbstbildes und besteht in den gegenwärtigen, veränderlichen emotionalen und kognitiven Bewertungen einzelner Körperregionen oder der ganzen Gestalt. Eine Körperbildstörung besteht dann, wenn ein Patient unter einer unangemessen negativen Selbstbewertung seines Körpers leidet.\n Eine Patientin ist so unzufrieden mit ihrem Körper und ihrem Gesicht, dass sie nicht mehr aus dem Haus gehen mag und sich an verschiedenen Stellen operieren lassen will. Sie verschuldet sich für diese Operationen und nimmt wiederholte Prozeduren und mögliche Komplikationen in Kauf, um sich selbst wieder ertragen zu können.\n Eine junge Patientin ist intensiv mit den Gedanken an ihr vermeintliches Übergewicht, die gewünschte Gewichtsabnahme und die Reduktion ihres Bauchfettes beschäftigt.\n Ein Patient ist der Auffassung, dass sein Körper schwach und schmächtig ist und geht deswegen täglich für mehrere Stunden ins Fitnessstudio, nimmt trotz negativer gesundheitlicher Folgen Anabolika zu sich und kontrolliert ständig den Umfang seiner Muskeln mit dem Zentimetermaß.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZP9",
"definition": "Gefühl von Befangenheit, Schüchternheit und Verlegenheit, wenn sich jemand durch Wahrnehmung, Beobachtung und/oder Beurteilung der eigenen Person bloßgestellt erlebt.",
"erlaeuterung": "Es handelt sich hierbei um ein Symptom, das subjektiv erlebt, häufig aber auch aus dem Verhalten zu erschließen ist. Oft ist die Scham aus Mimik, Gestik und anderen Aspekten des interpersonellen Verhaltens erkennbar. Es kann zu Erröten kommen oder zum Senken des Blickes, wenn sich jemand als bloßgestellt erlebt oder einen Achtungsverlust befürchtet.\nDie Abgrenzung von Schuldgefühlen kann schwierig sein. Schuldgefühl tritt dann auf, wenn innere, für gut und richtig befundene Normen verletzt wurden. Scham findet dagegen immer im realen oder innerlich vorgestellten sozialen Raum statt und handelt von einer Verletzung des Selbstverständnisses/der Selbstsicherheit im intimen Eigenbereich.",
"beispiele": [
"Ich fühle mich gegenüber anderen bloßgestellt."
]
},
{
"item_id": "ZS1",
"definition": "Ungewöhnliches Erleben oder ungewöhnliche Handlungen, die in Verbindung mit dem Schlaf, speziellen Schlafstadien oder Schlaf-Wach-Übergängen auftreten.",
"erlaeuterung": "Bei den Parasomnien handelt es sich um verschiedene schlafassoziierte Auffälligkeiten des Erlebens und Verhaltens. Unterschieden wird vor allem zwischen:\n Schlafwandeln (Somnambulismus)\n Pavor Nocturnus/Schlafterror (plötzliches Erwachen aus dem Tiefschlaf mit lautem Angstschrei und körperlichen wie seelischen Zeichen von intensiver Furcht)\n Alpträume (Angstträume)\n REM-Schlaf-Verhaltensstörung (mehrfaches Erwachen aus dem REM-Schlaf mit „Fortsetzung“ der geträumten Reaktionen, z. B. Schreie, Abwehrbewegungen usw. „Traumaktiviertes Verhalten“)\n Restless Legs (Unangenehmer Bewegungsdrang der Beine betont in Ruhe und beim Einschlafen)",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZS2",
"definition": "Steigerung des sexuellen Verlangens und/oder der sexuellen Aktivität im Vergleich mit dem sonst gewohnten Niveau.",
"erlaeuterung": "Da sexuelle Appetenz und Aktivitäten erheblichen interindividuellen Differenzen unterliegen und ein allgemein gültiger Normwert nicht gegeben werden kann, ist hier in der Regel der intraindividuelle Vergleich heranzuziehen. Sexuelles Verlangen wird als deutlich abweichend (vermehrt) zum Gewohnten vom Patienten berichtet. Oder sexuelles Verhalten wird als deutlich abweichend berichtet oder von anderen beobachtet.",
"beispiele": []
},
{
"item_id": "ZS3",
"definition": "Störungen verschiedener sexueller Funktionen.",
"erlaeuterung": "Hier werden verschiedene Formen sexueller Funktionsstörungen abgebildet, welche die vom Patienten gewünschte sexuelle Betätigung beeinträchtigen oder verhindern:\n Erektionsstörungen\n Orgasmusstörungen (Anorgasmie, reduzierte Häufigkeit, Verminderung der Intensität)\n Ejaculatio praecox\n Dyspareunie/Vaginismus (Schmerzen während des Sexualverkehrs)",
"beispiele": []
}
]